von Dr. Volker Beer, Sayda:
In der ersten Monatsdekade setzte sich das Winterwetter fort. Ein Trog, angefüllt mit polarer Meeresluft bestimmte das Wetter und so fiel immer wieder Schnee, der Winter erreichte auch das Flachland. Ein von Britannien aufziehendes Sturmtief ließ die Schneedecke in den Mittelgebirgslagen zwischen Harz und Lausitz bis auf 40 cm anwachsen. Der Warmsektor nebst vorübergehenden Regen erreichte von Südwesten her den Thüringer Wald und das Vogtland. Vom Osterzgebirge bis zur Lausitz konnte sich die Warmluft nicht durchsetzen und es blieb bei Frost und Schneefall. Die Schneedecke wuchs auf 20 bis 40 cm an. Zeitweise kam der Bahnbetrieb nahezu zum Erliegen, viele Autobahnen waren durch Unfälle und liegengebliebene Fahrzeuge blockiert, Schulen bleiben geschlossen … Extremwetterlage!
Ist es nun das Wetter – oder ist die Infrastruktur anfälliger geworden? Hier der Link zu meinem Filmbeitrag über den Blizzard im Februar 2021, aufgezeichnet im Großraum Leipzig: https://youtu.be/Yn4rqbsgCLo . Wesentlich heftiger war jedoch der Blizzard zum Jahreswechsel 1978/79.
Nach Abzug des Schneetiefs verschärfte sich der Frost und es stellte sich hochwinterliches Wetter ein.
Ab dem 12. Januar brachte ein kräftiges Tief Tauwetter, Sturm und Regen bis in die höchsten Kammlagen. Selbst auf dem Fichtelberg wurden über 10 °C gemessen. Bis in die mittleren Berglagen schmolz der Schnee ab. In den Gipfel- und Kammlagen hielt sich eine durchbrochene Schneedecke.
Doch um den 16. Januar stellte sich erneut die Wetterlage um. Ein starkes Hochdruckgebiet über dem Ural weitete sich bis nach Mitteleuropa aus. So kühlte die eingeflossene Luft aus und wurde nach und nach durch kältere und trockene Luft aus dem Osten ersetzt. Zwischen Osterzgebirge und Lausitz orgelte der böhmische Wind, jagte kalte, dichte Nebel über den Kamm, ließ den matschigen Schnee betonhart frieren und überzog die Bäume mit Raufrost. Im Tiefland dominierte nun teils hochneblig trübes, teils sonniges Wetter mit Tagestemperaturen zwischen Null und 5°C.
In der letzten Monatsdekade schwächte sich der Hochdruckeinfluss ab. Ein Mittelmeertief brachte zwischen Alb und Fläming nochmal um 20 cm Schnee. Bis zum Monatsende dominierte nun meist trübes Wetter mit positiven Tagestemperaturen, ein wenig Niesel oder Schneegriesel und mit leichtem Dauerfrost in den höheren Berglagen.
Der Link zum etwa fünfminütigen Film ist https://youtu.be/o8fWczvn7G8 . Der Film zeigt hochwinterliche Landschaften zwischen Sayda und Nova Ves v Horach bei Schneesturm und Sonne, so wie sie die letzten Jahre nicht mehr zu sehen waren.
Zu Monatsmitte erstrahlten erneut optisch hervorragend sichtbare Polarlichter über dem Erzgebirge. Auch diese zeigt der kurze Film. Und zum Schluss eine Bauernregel: Ist der Januar kalt und weiß, wird’s im Sommer richtig heiß. 😊Schauen wir mal.
Den ausführlichen Wetterrückblick gibt es hier.
Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es hier: osterzgebirge.org/wetter-und-klima