Natur im Osterzgebirge

FND Götzenbüschchen bei Oelsa

Unterschutzstellung: Beschluss des Rates des Kreises Freital vom 23.8.1958

Gemarkung: Großoelsa

Größe: ca. 0,03 ha

Lage: 0,6 km westl. Oelsa

 

Fotos: Gerold Pöhler

Kurzbeschreibung: Westlich der Straße Rabenau – Dippoldiswalde steht im Götzenbüschchen ein überregional bedeutsamer Gesteinsaufschluss unter Schutz. Nach dessen erster Beschreibung durch K.Pietzsch im Jahr 1913 wurde diese besondere Cenomen-Transgression mehrfach näher untersucht, da sie über ihren erdgeschichtlichen Dokumentationswert hinaus auch klimageschichtliche und bodenkundliche Einblicke eröffnet. Es handelt sich um einen von der erdgeschichtlichen Erosion verschont gebliebenen kleinen Rest von kreidezeitlichem Sandstein auf der gebietstypischen Unterlage aus Freiberger Gneis des Erzgebirgs-Grundgebirges. An seiner Westseite ist der paecenoman verwitterte Gneis in bemerkenswerter Ausprägung aufgeschlossen. Im Untergrund zeigt sich eine infolge des damaligen subtropischen Klimas intensiv rötlich gefärbte Verwitterungsbildung. Die oberen Schichten sind hingegen unter Einwirkung des transgredierenden Kreidemeeres vollständig ausgebleicht und kaolinisiert. Der überlagernde fossilhaltige Sandstein der Oberhäslicher Schichten des unteren Obercenomans ist von wechselnder Korngröße und führt Konglomeratbänke und fossile Einlagerungen (vor allem die Muschel Inoceramus pictus).

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz entzog 1942 durch Kauf das Objekt dem weiteren Sandsteinabbau.

Das als Umgebungsschutz wirkende und mit bodensaurem Eichenmischwald bestockte Götzenbüschchen enthält auch wertvolle Magerrasen und in kleinen Kesseln sowie an der nordwestlichen Außenkante Nasswiesenelemente mit eingelagerten Kleinstgewässern. Dadurch können auch Amphibienarten wie der Teichmolch diesen Trittsteinbiotop nordwestlich des LSG “Dippoldiswalder Heide und Wilisch” besiedeln.

Pflege und Entwicklung: Erhaltung des geologischen Dokumentationswertes; periodische Entbuschung; Besucherlenkung

 

Quelle: Staatliches Umweltfachamt Radebeul (1998): Flächenhafte Naturdenkmale im Weißeritzkreis; Broschüre

 

https://osterzgebirge.org/gebiete/12_6.html

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