Natur im Osterzgebirge

FND Feuchtgebiet bei Waltersdorf

Unterschutzstellung: Beschluss des Rates des Kreises Pirna vom 12.05.1988

Gemarkung: Waltersdorf

Größe: 4,5 ha

Lage: 1 km südöstlich Waltersdorf, am Weg nach Walddörfchen

 

Sommer 2018

Kurzbeschreibung: Unter Schutz steht die ehemalige “Gemeene” von Walterdorf, eine vermutlich schon seit dem Mittelalter betriebene Ziegeleigrube. Heute handelt es sich um ein Gebiet von Waldflächen auf anmoorigen Standorten, die eng mit nassem, teils sumpfigem Grünland verzahnt sind. Hier befinden sich auf einer schwach nach Nordost geneigten Hochfläche zwei flache, durch Lehmgewinnung entstandene Kleingewässer als “Himmelsteiche” (ohne oberirdischen Zufluss). Die stark verlandungsgefährdeten Gewässer sind 0,4 bzw. 0,2 ha groß. Die obere, auf der Wasserscheide zwischen Seidewitz und Döbraer Bach gelegene Teilfläche säumt ein breiter Röhrichtstreifen. Bei sommerlichem Niederschlagsmangel neigen die Wasserflächen zur Austrocknung – so wie in extremem Ausmaß 2018 geschehen. 2018 wurde allerdings auch eine umfassende Entschlammung vorgenommen, um die Teiche zu erhalten.

In der Umgebung der Gewässer finden sich Flachmoor- und Kleinsggenriedbereiche mit einem individuenreichen Bestand des Sumpf-Blutauges. Das Vorkommen dieser Pflanzenart setzt sich auch auf den mit Schwarz-Erlen und Birken bestockten, wechselfeuchten Grünländern der Umgebung fort, wo weitere biotoptypische Florenelemente wie Sumpfsimse, Schmalblättriges Wollgras, Hohe Schlüsselblume, Kuckucks-Lichtnelke und Breitblättrige Kuckucksblume gedeihen.

In dem an naturnahen Stillgewässern armen östlichen Ost-Erzgebirge fungiert das Feuchtgebiet als regional bedeutsamer Laichplatz von Berg- und Teichmolch, Erdkröte und vor allem Grasfrosch. Auch als Reproduktionsstätte mehrerer Libellenarten (u.a. Große Moosjungfer, Gefleckte Heidelibelle) sowie als Nahrungshabitat des Schwarzstorches ist es faunistisch bedeutsam.

Pflege und Entwicklung: störungsarme Erhaltung; Sicherung des Wasserstandes der Kleingewässer; einschürige Mahd des Feuchtgrünlandes; floristische Dokumentation

 

Quelle: Staatliches Umweltfachamt Radebeul (1999): Flächenhafte Naturdenkmale im Landkreis Sächsische Schweiz; Broschüre (Text ergänzt)

 

https://osterzgebirge.org/gebiete/20_8.html

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