Natur im Osterzgebirge

FND Erlichtteich Herbergen

Foto: Dieter Loschke 1998 (aus FND-Broschüre)

Unterschutzstellung: Beschluss des Rates des Kreises Pirna vom 11.10.1979

Gemarkung: Herbergen, Göppersdorf

Größe: 2,0 ha

Lage: 1 km nordwestlich Göppersdorf

 

Kurzbeschreibung: Ein Härtlingszug mit mehreren Kuppen erstreckt sich in Nordwest-Südost-Richtung vom Roten Berg bei Biensdorf über den Käferberg, den Roten Berg bei Borna bis zu Schärfling und Herbstberg. Er riegelt eine quellige holozäne Mulde ab. Die alte Dresden-Teplitzer Poststraße quert(e) dieses sumpfige Feuchtgebiet, in dem durch den Aufstau mehrerer Quellbäche der Erlichtteich entstand. Wie die überlieferte Sage von der “wandernden Laterne” vermuten lässt, erhielt das Gewässer seinen Namen von den Sumpfgasen, die sich bei Sauerstoffzufuhr gelegentlich entzündeten.

Der eutrophe und von einem breiten Rohrkolben-Röhricht, Großseggenried, Feuchtgrünland und kleineren Feuchtgebüschen umgebene Teich stellt eine regional bedeutsame Fortpflanzungsstätte für Lurche und Wasservögel in der an naturnahen Stillgewässern armen Landschaft des unteren Ost-Erzgebirges dar. Brutvogelarten waren bzw. sind u.a. Zwergtaucher, Teichralle, Kiebitz, Braunkehlchen und Rohrammer. Dem Erlichtteich kommt bzw. kam auch eine große Bedeutung als Zugvogel-Rastplatz zu.

Leider beeinträchtige die Melioration der umgebenden Feuchtwiesen diesen Schutzaspekt wesentlich. Als schwerwiegender Eingriff in das Ökosystem erwies sich der Bau der Autobahn A17 in unmittelbarer Nähe des FND.

Pflege und Entwicklung: störungsarme Erhaltung ohne ERholungsnutzung; dem Schutzzweck angepasste, störungsarme, extensive fischereiliche Bewirtschaftung; Verringerung des Nährstoffeintrags von den umgebenden Agrarflächen.

 

Quelle: Staatliches Umweltfachamt Radebeul (1999): Flächenhafte Naturdenkmale im Landkreis Sächsische Schweiz; Broschüre (Text ergänzt)

 

https://osterzgebirge.org/gebiete/20_7.html