von Dr. Volker Beer, Sayda:
Der April begann so wie der März endete: Schnee, Raufrost und Nebel in den Kammlagen. Doch schon am 2. April war es vorbei, mit dem Aprilscherz. Sonne, blauer Himmel und über Ostern selbst auf der Berge höchster Spitze fast 20 Grad Celsius, im Elbtal und der Leipziger Bucht verbreitet etwas darüber. Aber es gab nicht den verfrühten Start in den Sommer. Kaltfronten brachten frische Polarluft, so dass nach klarer Nacht am Morgen des 8. April in Marienberg-Kühnhaidaer Kammwetter -10,1 °C, am Boden gar – 13,1°C gemessen wurden. Mit viel Sonne schafften es aber die Nachmittagstemperaturen locker auf Werte um 10 Grad Celsius. Am 10. April gab es in den oberen Berglagen nochmals eine etwa ein bis drei cm dicke weiße Überraschung. Doch das war es dann, mit den winterlichen Eskapaden.
Ganz anders gestaltete sich die Witterung rund um das Mittelmeer. So tobten in der Karwoche heftige Unwetter mit Sandstürmen, Sturzregen und Flutwellen in den Wüsten von der Westsahara mit dem Atlasgebirge über die Libysche Wüste, die Arabische Halbinsel bis Kleinasien. Adria und Alpenraum nebst Apennin bekamen auch ihren Anteil. Nasser Schnee mit über 2 m Höhe in den Bergen, Muren und Überflutungen im ganzen Adriaraum.
Unspektakulär präsentierte sich die Witterung zunächst auch in der zweiten Monatsdekade. Doch zum Dekadenwechsel erreichte eine Kaltfront Mitteleuropa. Sie brachte dem Gebiet um die Müritz heftigen Sturzregen mit über 80 l/m². Das Osterzgebirge bekam immerhin um die 20 l/m² ab. Während der dritten Dekade verlief die Witterung unter erneutem Hochdruckeinfluß sonnig, nach nächtlichen Frösten (am Morgen des 30. April wurden in Marienberg-Kühnhaide – 9,6 °C, in Deutschneudorf-Brüderwiese – 6,2 °C gemessen) tags schon recht mild und trocken.
Nach Monatsmitte läutete in den wärmegetönten Großstädten und den entsprechenden Lagen im Tiefland die Blüte des Apfels den phänologischen Vollfrühling ein. In den mittleren Berglagen, wie beispielsweise um Olbernhau, blühten Schlehen, Pflaumen, Kirschen, Pfirsiche und Forsythie (phänologisch Erstfrühling). Die Laubentfaltung vieler Sträucher wie Waldrebe, Heckenkirsche, Holunder, Hasel, Weißdorn sowie auch Heidelbeere, Brom- und Himbeere und Flieder begann. Spitzahorn begann zu blühen und bei einigen Baumarten wie Eberesche, Weide, Birke, Lärche, Berg-Ahorn und Hainbuche begann ebenfalls die Laubentfaltung. Bis zum Monatsende hatte sich der Erstfrühling bis in die Kamm- und Gipfellagen hochgearbeitet.
Der Link zum Wetterfilm: https://youtu.be/LINcDH9QoFg . Neben der Entwicklung der Witterung im Erzgebirgsraum wird im Film auch auf die Wetterereignisse rund ums Mittelmeer eingegangen und die phänologische Entwicklung der Vegetation zwischen Pillnitz, Schrammsteinen und Kahleberg zum Monatsende aufgezeigt.
Den ausführlichen Wetterrückblick gibt es hier.
Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es hier: osterzgebirge.org/wetter-und-klima