In der deutschen Öffentlichkeit ist nur wenig bekannt über die Bergbaupläne auf der tschechischen Seite der Grenze. Diese sind genauso gigantomanisch wie die von Zinnwald Lithium (wird derzeit vom amerikanischen Konzern AMG übernommen). Nicht nur das Wasserregime des Georgenfelder und anderer Hochmoore der Region ist bedroht, die Fließgewässer, der Lebensraum von Birkhuhn und anderen gefährdeten Arten. Auf dem Spiel steht die Bewohnbarkeit von Zinnwald und Cínovec.
Aktuell läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) von Geomet s.r.o., dem tschechisch-australischen Unternehmen, das jährlich 3,2 Millionen Tonnen Erz unter Cìnovec heraussprengen will (zum Vergleich: Zinnerz Altenberg förderte in seinen Hochzeiten bis zu 1 Million Tonnen – und hinterließ eine immer weiter wachsende Pinge). Bürgerinitiativen und Umweltvereine sind bis an den Rand ihrer Kapazitäten damit beschäftigt, insgesamt 2.700 (!) Seiten in schwer verständliches Deutsch übersetzte – und auch sonst höchst chaotische – Planungsunterlagen kritisch durchzuarbeiten. Bis 11. Juni läuft die Frist (eine Fristverlängerung ist beantragt, aber unwahrscheinlich).
Wie sehr die Planer auf das Gaspedal drücken, zeigt der Termin für die öffentliche Anhörung zur UVP. Normalerweise findet sowas statt, sobald die Behörden (hier: das tschechische Umweltministerium) alle Einwendungen geprüft haben. Doch in diesem Fall soll dies bereits am Mittwoch, den 17. Juni, passieren.
Es ist außerordentlich wichtig, dass auch von der deutschen Seite möglichst viele Teilnehmer zeigen, dass es sich um ein Vorhaben mit einem grenzüberschreitend großen Zerstörungspotential handelt!
„Těžba a zpracování rud z ložiska Cínovec“
(Bergbau und Verarbeitung von Erzen aus der Lagerstätte
Cínovec)
Ort: Lidový dům Města Dubí (Volkshaus der Stadt Dubí), Sadová 192/24, 417 03 Dubí 3 – Pozorka (Tschechische Republik)
Beginn: 17. Juni 2026 um 15:00 Uhr (der Saal ab 14:30 Uhr zugänglich)
Tagesordnung:
• Eröffnung der öffentlichen Anhörung;
• Vorstellung der Teilnehmer, zeitliche Zusammenfassung des UVP-Verfahrens;
• Kurze Vorstellung des Vorhabens durch den Projektträger (GEOMET s.r.o.);
• Kurze Bewertung der Umweltauswirkungen des Vorhabens durch das Team des
Verfassers der UVP-Dokumentation;
• Kurze Vorstellung des Verfassers des Gegengutachtens;
• Äußerung der anwesenden Vertreter der betroffenen selbstverwalteten
Gebietskörperschaften;
• Äußerung der anwesenden Vertreter der betroffenen Verwaltungsbehörden;
• Äußerung der anwesenden Vertreter des betroffenen Staates (Bundesrepublik
Deutschland);
• Diskussion – Fragen und Anmerkungen der Öffentlichkeit und der Vereine (Vertreter der
einzelnen Parteien werden in der Diskussion die Fragen beantworten).
Die Veranstaltung findet in tschechischer und deutscher Sprache statt.
Hier die Einladung zur öffentlichen Anhörung als PDF.
