Natur im Osterzgebirge

Bericht über die Konzeptvorstellung „Wetterhaus Zinnwald“ am 17.7.26

3 Monate wurde sortiert, fotografiert, katalogisiert, gezeichnet und getextet, wurden Ideen ausgetauscht und letztlich zu einem großen Ganzen zusammengefügt.
Die Aufgabenstellung war keine einfache: In einem sehr kleinen Ort am Rande Sachsens in einem alten Einkaufsmarkt ein thematisches Begegnungszentrum schaffen. Einen Raum zum Lernen, zum Staunen aber auch zum Wohlfühlen – und das Ganze nach Möglichkeit auch noch mehrsprachig – und nicht unbezahlbar teuer. Welch eine Aufgabe!

Und so fanden sich am Freitag, dem 17.7.2026 um 15:00 Uhr nicht nur Mitglieder des Vereins sondern auch einige Bürger von Zinnwald-Georgenfeld und Gäste ein, um zu schauen, was hier im alten Landmarkt denn so werden soll. Insgesamt waren ca. 25 Personen zusammengekommen.

Nach einer kurzen Einleitung durch den Vorsitzenden des Wettervereins Zinnwald-Georgenfeld e.V., Norbert Märcz, waren nun Kirsten Helmstedt und Anne Rom vom Projektbüro gefragt, ihr Konzept vorzustellen.
Und das hatte es in sich:
Schon die Außenfassade soll sich abheben und das Thema verdeutlichen: Die Holzlattung soll in den Farben des sogenannten „Klimastrichcodes“ von Zinnwald-Georgenfeld gestrichen werden. Jede Farbe wird einer Temperatur zugeordnet und so entsteht für jedes Jahr mit seiner entsprechenden Jahresmitteltemperatur eine Farbe. Blau für die Jahre, wo es kälter als das Mittel war, weiß für mittlere Jahre und wärmere Jahre als das Mittel werden rot – je dunkler das Rot, desto wärmer ist es.

So werden auf der Westseite des Landmarktes vor allem die blauen Töne dominieren, auf der Ostseite die roten. Das verdeutlicht für alle sichtbar die aktuelle Erwärmung und sieht noch dazu ziemlich spannend aus.

Der Eingangsbereich wird als „Wetterschleuse“ natürlich dementsprechend gestaltet – vielleicht wird der Besucher hier im Winter mit wärmender Sonne, im Sommer mit dem Zinnwalder Nebel begrüßt. Auch ein Sommergewitter oder ein Schneesturm ließe sich heutzutage schon ganz gut über Beamer-Technik simulieren.

Im Inneren die Theke, vielleicht in den Farben des „Klimastrichcodes“ – vieles ist noch vom Landmarkt erhalten geblieben und kann genutzt werden – dann als Empfang für die Besucher und auch als „Wetterküche“ für das gemütliche Café auf der Westseite, das im Großen und Ganzen erhalten bleiben soll. Vielleicht schmücken die je nach Bedarf zusammenstellbaren Tische dann Folien mit Zinnwalder Wettermotiven.

Auch weiterhin soll hier das Zinnwalder Seniorencafé seinen Platz finden ebenso wie der Raum zum gemütlichen Plausch oder Austausch einladen soll. Dabei könnte es perspektivisch auch auf die Außenanlage (Café/Biergarten/Feuerstelle) ausgedehnt werden. Wir wollen dabei allerdings kein eigenes Café als „Mitbewerber“ betreiben, sondern uns von den umliegenden sehr guten Bäckereien und Cafés beliefern lassen.

Rechts vom Empfang das große Foyer, das mit einer „Wetterinsel“ die historischen Mess- und Beobachtungsgeräte in Szene setzt, sowie mit einem interaktiven Stand auch zum Experimentieren einlädt und die moderne Wettervorhersage erklärt. Welche Wetter-App ist denn die Beste und warum? Wie kommen die Daten in die App? All dem kann hier auf dem Grund gegangen werden.

Auch eine Leseecke mit Sofa soll eingerichtet werden und eine interaktive Klimaweltkarte. Wie haben sich die Klimazonen bereits verändert? Rechts von der „Wetterinsel“ finden wir eine ca. 100 Jahre alte Klimakarte, auf die man per Beamer die Veränderungen des Weltklimas in den letzten Jahrzehnten oder auch in der Zukunft projizieren kann.

Durch flexible, mobile, interaktive Trennwände, auf denen z.B. Statements von „Wettermenschen“ abgebildet werden können, geht es zum größten Raum – in Kinobestuhlung passen 70 Leute hinein. Hier sollen Vorträge und ab und zu ein Filmabend stattfinden, das nächste Kino ist ja weit entfernt.

Dieser multifunktionale Raum ist sehr flexibel, er kann für Feiern, für Veranstaltungen, für Seminare, mit kleiner Bühne sogar für Theaterstücke genutzt werden – nicht nur zum Thema Wetter, er soll auch den Zinnwaldern für Feierlichkeiten zur Verfügung stehen.

Für ein internes Lager steht am Ende des Gebäudes auch noch viel Platz zur Verfügung. Schließlich kann auf der Wetterinsel nicht alles Platz finden, was wir so gesammelt haben.

Auf der Rückseite des Wetterhauses wird es nicht nur einen Grillplatz und eine Feuerstelle geben, auch ein „phänologischer Garten“ soll angelegt werden zur Beobachtung von „Jahreszeiten-Zeigerpflanzen“ wie z.B. Hasel, Holunder und Linde.

Wir haben im Rahmen des Projektes auch eine kleine Umfrage für die Einwohner Zinnwalds erstellt und sehr positive Ergebnisse erhalten, die natürlich einfließen in das nun zu erstellende Betriebskonzept.

Und so könnte das Ganze aussehen:

(Grafik und Zeichnungen: Büro Helmstedt/Kluge/Rom)

„Forum“ – flexible Einrichtung:

Als Kino/für Veranstaltungen

Wir vom Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V. bedanken uns ganz herzlich beim Büro für Ausstellungsgestaltung Helmstedt/Kluge/Rom sowie der Servicestelle Bildung für nachhaltige Entwicklung, dem sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie bei der Regionalförderung Leader-Region Silbernes Erzgebirge für die Zusammenarbeit.

 

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