Während auf der deutschen Seite die Zinnwald Lithium Plc / GmbH mit nur noch 11 Mitarbeitern (aber nach wie vor 6 Geschäftsführern) aktuell bloß dahinzudümpeln scheint, machen jenseits der Grenze tschechische Politiker offensichtlich mächtig Druck. Das australisch-tschechische Unternehmen Geomet s.r.o. hat einen Batzen Steuergelder in Aussicht gestellt bekommen. Die Fördermengen, die unter Cínovec herausgesprengt werden sollen, sind von genauso bedrohlichen Dimensionen wie die ZL-Pläne unter Zinnwald (mehr als das Dreifache dessen, was Zinnerz Altenberg in seinen Hochzeiten gefördert hatte!). Abgesehen von der drohenden Unbewohnbarkeit des Doppelortes auf dem Erzgebirgskamm würde ein solcher großidustrieller Bergbau nicht ohne Auswirkungen auf die ohnehin angespannten Wasserverhältnisse der Region bleiben.
Jetzt hat das öffentliche Beteiligungsverfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) begonnen. Da sich die bisher heruntergespielten grenzüberschreitenden Auswirkungen nicht leugnen lassen, gibt es seit 12. Mai auch eine deutschsprachige Version der UVP-Unterlagen von Geomet, die über das sächsische Oberbergamt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, und zwar unter
https://mitdenken.sachsen.de/1064228
Bis 11. Juni haben Bürger, Vereine und Behörden nun Zeit für Stellungnahmen / Einwendungen. Viel zu wenig, um die Flut an Informationen gründlich und sachgerecht zu prüfen. Es handelt sich um 21 Dokumente mit insgesamt über 2.700 Seiten!
Und entweder sind diese nur durch eine schlechte Übersetzungsmaschine geschoben worden, oder aber – und so sieht es nach dem ersten Überfliegen aus – strotzen auch die Geomet-Planungsunterlagen so voller Unzulänglichkeiten, wie wir das auch vom Möchtegern-Bergbauunternehmen Zinnwald Lithium Plc/GmbH kennen.
Die Beschäftigung damit wird in diesen schönen Frühlingswochen wieder zu einer enormen Freizeit-Herausforderung für Bürgerinitiativen und Umweltvereine. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass auch die Fachbehörden bei einer derartigen Dokumentenflut an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Jedoch stecken die Widersprüche und Bedrohungen sehr oft im Kleingedruckten, von dem die Propagandaabteilungen der Unternehmen gern ablenken. Deshalb ist es auch bei der Geomet-UVP wieder extrem wichtig, dass sich engagierte Naturfreunde so gründlich wie möglich damit auseinandersetzen. Unterstützung sehr willkommen!
Ganz besonders suchen wir Hydrologen, Geologen und Hydrogeologen, Moor-Experten, Ornithologen, Leute die was von Lärmausbreitung und Spreng-Erschütterungen verstehen …
Aber auch jeder Laie kann sich einbringen. Einen erheblichen Teil der Ungereimtheiten erkennt schon der „gesunde Menschenverstand“ – man muss dazu aber eben gründlich lesen.
Jens Weber
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