Während auf der deutschen Seite die Zinnwald Lithium Plc / GmbH mit nur noch 11 Mitarbeitern (aber nach wie vor 6 Geschäftsführern) aktuell nur noch dahinzudümpeln scheint, machen jenseits der Grenze tschechische Politiker offensichtlich mächtig Druck. Das australisch-tschechische Unternehmen Geomet hat einen Batzen Steuergelder in Aussicht gestellt bekommen. Die Fördermengen, die unter Cínovec herausgesprengt werden sollen, sind von genauso bedrohlichen Dimensionen wie die ZL-Pläne unter Zinnwald (ein Vielfaches von dem, was Zinnerz Altenberg in seinen Hochzeiten gefördert hatte!). Abgesehen von der drohenden Unbewohnbarkeit des Doppelortes auf dem Erzgebirgskamm würde ein solcher großidustrieller Bergbau nicht ohne Auswirkungen auf die ohnehin angespannten Wasserverhältnisse der Region bleiben.
Jetzt erfuhren wir, dass Geomet voraussichtlich am 11. Mai die Unterlagen zu seiner Umweltverträglichkeitsprüfung veröffentlichen wird. Da sich die bisher heruntergespielten grenzüberschreitenden Auswirkungen nicht leugnen lassen, soll es auch eine deutschsprachige Version geben, die über das sächsische Oberbergamt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, und zwar unter https://mitdenken.sachsen.de/1064228
Ab 11.5. haben Bürger, Vereine und Behörden dann 30 Tage Zeit für Stellungnahmen / Einwendungen. Dem Vernehmen nach wird es sich um mehrere Tausend Dokumentseiten handeln! Auf uns kommt also wieder eine enorme Freizeit-Herausforderung zu. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass auch die Fachbehörden bei einer derartigen Dokumentenflut an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Jedoch stecken die Widersprüche und Bedrohungen sehr oft im Kleingedruckten, von dem die Propagandaabteilungen der Unternehmen gern ablenken. Deshalb ist es auch bei der Geomet-UVP wieder extrem wichtig, dass sich engagierte Naturfreunde so gründlich wie möglich damit auseinandersetzen. Unterstützung sehr willkommen!
Ganz besonders suchen wir Hydrologen, Geologen und Hydrogeologen, Moor-Experten, Ornithologen, Leute die was von Lärmausbreitung und Spreng-Erschütterungen verstehen … Aber auch jeder Laie kann sich einbringen. Einen erheblichen Teil der Ungereimtheiten erkennt schon der „gesunde Menschenverstand“ – man muss dazu aber eben gründlich lesen.
Jens Weber (jens/ät/osterzgebirge.org)
