Natur im Osterzgebirge

Madagaskar-AG Altenberg

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Seit langem unterstützt ein kleiner Dresdner Regenwaldverein namens Ranoala Wiederaufforstungsprojekte im (ehemaligen) ostmadagassischen Regenwaldgebiet. Vor etwa zehn Jahren begann sich der Fokus allmählich von der reinen Waldarbeit hin zu Umweltbildungsprojekten zu erweitern.

Daraus hat sich eine Schulpartnerschaft zwischen dem Glückauf-Gymnasium Altenberg und dem Lycée des madagassischen Dorfes Anjahambe entwickelt, vor allem aber eine wunderbare Partnerschaft zwischen engagierten Jugendlichen in beiden, weit entfernten Ländern. In Anjahambe ist der „Analasoa-Club“ (analasoa = der gute Wald) aktiv, in Altenberg die „Madagaskar-AG“.

Den Aktivitäten auf beiden Seiten liegt das gleiche Prinzip zugrunde: erst gemeinsam praktisch arbeiten für die Natur, dann gemeinsam auf Reisen gehen, um mehr über die Natur zu lernen. Mehrmals im Jahr organisiert der Analasoa-Club Schülerpflanzeinsätze rund um den Restregenwald namens Analasoa. Dafür gibt es dann Mehrtagesexkursionen in gemieteten „Buschtaxis“ zu bekannten madagassischen Nationalparks und anderen Schutzgebieten – finanziert über Spendengelder aus Dresden und dem Ost-Erzgebirge.

Ebenso die Madagaskar-AG. Die bis zu 25 Schüler pflanzen am Kahleberg Ebereschen, pflegen Wildhecken und beteiligen sich an praktischen Artenschutzmaßnahmen rund um Altenberg. Dafür gibt es dann einmal im Jahr eine größere Reise zu „Regenwald-Erlebnisorten in Mitteleuropa“: ins Gondwanaland Leipzig und zum Regenwaldmuseum Phyllodrom, zur „Biosphäre“ Potsdam, und sogar zur Masoala-Halle des Züricher Zoos. 2019 war die Madagaskar-AG zu Besuch beim Bundesministerium für Enwicklungszusammenarbeit in Bonn und 2023 bei der Botschaft der Republik Madagaskar in Falkensee bei Berlin.

Höhepunkte sind indes die persönlichen Begegnungen zwischen madagassischen und deutschen Schülern. Schon mehrmals reisten Schülerinnen und Schüler des Altenberger Gymnasiums nach Anjahambe – jedesmal eine nachhaltige Erfahrung. „Gegenbesuche“ der madagassischen Freunde im Ost-Erzgebirge zu organisieren hingegen ist ungleich komplizierter; allein für die Visabeschaffung müssen unglaubliche bürokratische Hürden überwunden werden!

2025 war es nun endlich wiedermal soweit. Im Sommer konnten sechs Zehntklässler der Madagaskar-AG ins Partner-Projektgebiet reisen. Und im Oktober durften wir Gastgeber sein für acht Schülerinnen und Schüler des Analasoa-Clubs (plus drei Erwachsene). Unvergessliche gemeinsame Wochen, die sicher noch lange nachwirken werden!

„Global denken – lokal handeln“ in seiner besten Form!

Flyer der Madagaskar-AG

Aktionen & Projekte 2025

siehe auch Artikel im Grünen Blätt’l 1/26

Das Jahr 2025 stand ganz im Zeichen der Reise von sechs langjährig aktiven AG-Mitgliedern zu den Partnern in Anjahambe/Madagaskar sowie des Besuchs von acht Schülerinnen und Schülern des Analasoa-Clubs (und drei Begleitern) in Altenberg. Damit verbunden waren umfangreiche

Vor- und Nachbereitungen Schülerbegegnungen
  • Malagasy lernen

    Online-Kurs Malagasy

Ab Herbst 2024 bot Marie Pascaline vom Ranoala-Verein aller zwei Wochen Online-Unterricht zum Erlernen der wichtigsten Redewendungen auf Malagasy an – der Landessprache Madagaskars.

Beim Madagaskar-AG-Camp Anfang Mai gab es dazu auch Präsenz-Unterricht an der Biotoppflegebasis Bielatal.

Malagasy-Lernen mit Marie

  • Madagaskar-AG-Camp

Dieses Jahr fand das Madagaskar-AG-Camp nicht kurz vor den Sommerferien, sondern bereits im Frühling (30.4.-4.5.) statt. Neben praktischer Naturschutzarbeit (Waldeinsatz im Hiekenbusch, Müll-Sammeln an der alten Weiß-Tanne im Weicholdswald) und einer „Regenwald-Exkursion“ in den Botanischen Garten Dresden befassten sich die 15 Schülerinnen und Schüler intensiv mit Projektarbeit. Mehrere Naturschutzideen wurden in „Projektform“ gegossen, so dass damit Preis- und Fördergelder beantragt werden konnten. Diese erwiesen sich als ganz wichtig für die Finanzierung der beiden Begegnungsreisen 2025.

Ziel dieser Schülerbegegnungen war schließlich auch, gemeinsam ein längerfristiges madagassisch-deutsches Umweltprojekt zu entwickeln. Der Workshop beim MAD-AG-Camp war der erste Schritt in diese Richtung.

Die Madagaskar-AG und ihr Tannenprojekt

Einen weiteren Workshop der Madagaskar-AG gab es am 14. Juni. Dabei ging es schon unmittelbar um die Vorbereitung der Reise nach Madagaskar und die dort geplanten Vorhaben.

Anfang August fand wiederum im Bielatal ein Nachreisetreffen zur Auswertung der in Madagaskar gesammelten Erfahrungen statt.

Und dann begann auch schon die heiße Phase der Vorbereitung des „Gegenbesuchs“ der madagassischen Freunde.

Im September trafen sich einige Mitglieder der Madagaskar AG in der kleinen privaten Töpferwerkstatt einer engagierten Mutti, um Teller als Souvenire für die madagassischen Gäste zu gestalten.

Nach dem erfolgreichen Besuch der madagassischen Schülerinnen und Schüler im Oktober waren am 10. und am 11. November die beteiligten Eltern und Schüler zu zwei Auswertungstreffen in die Biotoppflegebasis eingeladen.

 

Spenden, Preise, Fördergelder

Anjahambe liegt ungefähr 8.500 Kilometer entfernt von Altenberg. Gegenseitige Besuche sind schon deshalb recht teure Angelegenheiten. Hinzu kommen Visagebühren, Kosten für Unterkünfte, Verpflegung, Eintrittsgelder, öffentliche Verkehrsmittel u.s.w.. Rund 25.000 mussten irgendwie aufgebracht werden – dazu war einige Kreativität gefragt!

  • Pflanzeinsatz am Kahleberg

Bäumepflanzen am Kahleberg gehört zum alljährlichen Standardprogramm der Madagaskar AG. Diesmal aber wurde die Aktion wieder verknüpft mit einer besonderen Spendenaktion:  An ca. 30 Firmen der Region ging die Bitte, für jeden gepflanzten Baum eine bestimmte Summe zur Finanzierung der Schülerbegegnungen locker zu machen. Am Ende kamen so 600 neue Bäume in den steinigen Kahlebergboden – und knapp 2.000 € auf das Konto des Schulfördervereins. Insgesamt über fünfzig Jugendliche beteiligten sich an dem Pflanzeinsatz, auch Dresdener Curie-Gymnasium kam tatkräftige Unterstützung!

600 neue Bäume und Sträucher am Kahleberg

  • Spenden, Spenden, Spenden

Auch über den Pflanzeinsatz hinaus machten kleinere und große Spenden die 2025er Projekte der Madagaskar AG erst möglich. Hervorzuheben ist die Unterstützung durch den Rotary Club Freital. Im August berichteten die Schülerinnen und Schüler, die wenige Wochen zuvor in Madagaskar waren, von ihrer Reise und den weiteren Plänen. Offenbar recht überzeugend.

Darüberhinaus präsentierte die Madagaskar AG auch 2025 wieder ihre Aktivitäten und Vorhaben bei verschiedenen Informationsveranstaltungen, u.a. beim Tag der Offenen Tür des Gymnasiums im Januar, bei einem Vortrag im Bärensteiner Geißlerhaus und beim Weihnachtsmarkt in Geising. Insgesamt 1.500 € aus zwei Jahren öffentlicher Auftritte klimperten in der Spendenbüchse, als die Zahntklässler nach Madagaskar reisten … und machten damit vor Ort einen Pflanzeinsatz, eine Wochenendexkursion und andere Aktivitäten mit den Partnern möglich.

  • Preisbewerbungen

Beim Madagaskar-AG-Camp hatten die Schülerinnen und Schüler drei Projekte formuliert zu Tätigkeitsfeldern, bei denen sie seit längerem aktiv sind:

– Weißtannenschutz im Weicholdswald („Ä Tännchen please“)

– Feuerlilien-Artenschutz („Feuer und Flamme für die Feuerlilie“)

– Bergwiesen-Renaturierung an der Raupennestklinik („Die Klinik, die Lebensraum zurückholt“)

Für alle drei Projekte gab es jeweils 200 € beim „Wettbewerb für Jugendliche – Artenschutz für Pflanzen“ des Botanischen Gartens Großpösna (gefördert von der Dr.Hübner-Stiftung). Und dann, ziemlich unerwartet, auch noch einen „Machen!2025„-Preis über 6.000 € aus der Schatulle des Ostbeauftragten der Bundesregierung.

Machen!2025 mit der Madagaskar-AG

  • Förderprogramme

Unverzichtbar für die Organisation eines Schülerbesuchs aus dem „Globalen Süden“ ist die Unterstützung durch ENSA – das „Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm“ des Bundesministeriums für Entwicklungszusammenarbeit. Ohne deren Empfehlungsschreiben gibt es für nicht-reiche afrikanische Jugendliche kaum eine Chance für Visa. Darüberhinaus unterstützt ENSA die Finanzierung mit bis zu 14.000 €. Und hilft bei der Vor- und Nachbereitung mit den deutschen Schülerinnen und Schülern. Im März fand am Werbellinsee und in Berlin die große Auftaktkonferenz für alle dieses Jahr geförderten Schülerreisen statt.

Darüberhinaus konnten wir uns über finanzielle Unterstützung durch „CHILDREN for a better world“ freuen – die Bewerbung dazu erfolgte durch die Madagaskar-AGler während der ENSA-Auftaktkonferenz.

Und auch die Sächsische Jugendstiftung mit ihrem „genialsozial„-Programm stand wieder mit Rat und Tat und einem Flugkostenzuschuss zur Seite.

Reise nach Madagaskar 

Am Ende der 10. Klasse, vom 23. Juni bis 16. Juli, konnten sechs Madagaskar-AGler auf die Insel im Indischen Ozean reisen und die Partner in Anjahambe besuchen. Begleitet wurden sie von einer Lehrerin, einer Mutter, einer Fotografin und dem AG-Betreuer. Sie kehrten mit vielen neuen Eindrücken zurück – und mit neuen Freundschaften. Dabei war das Programm vor Ort durchaus anspruchsvoll.

  • Pflanzeinsatz im Analasoa-Wald

Auch bei diesem Besuch fand wieder ein gemeinsamer Pflanzeinsatz in dem Aufforstungsgebiet statt, für das sich der Analasoa-Club seit 12, 13 Jahren engagiert. Inzwischen ist daraus ein richtiger Wald geworden. Auffallend reiches Vogelleben ist dahin zurückgekehrt, etliche Mausmakis leben in den Bäumen und – besonders bemerkenswert – eine wahrscheinlich mehrere tausend Tiere umfassende Flughundkolonie hat sich hier angesiedelt. Allerdings dominieren die ganz am Anfang gepflanzten nichtheimischen Akazien die Vegetation und unterdrücken die danach hinzugekommenen jungen Regenwaldbäumchen. Inzwischen ist hier Waldpflege wichtiger als die Pflanzung weiterer Bäume. Und dennoch ist der gemeinsame Pflanzeinsatz immer auch ein wertvolles Gemeinschaftserlebnis.

(Fotos u.a. von Tina Pfannenberg und Mareike Michel)

  • Exkursion ins Analalava-Schutzgebiet

In der gesamten Provinz Tamatave/Tamasina gibt es fast keinen Tieflandsregenwald mehr. Eine Ausnahme bilden die ca. 200 Hektar des Analalava-Schutzgebiets bei Foulpointe/Mahavelona. Durch die von der Grünen Liga / Ligue Verte in den 1990er Jahren organisierten Aufforstung eines Schutzwaldgürtels blieb dieser letzte Kern intakten, naturnahen Waldes erhalten. Mit Unterstütztung durch Missouri Botanical Garden gibt es heute hier auch sehr gute Umweltbildungsangebote. Wie schon mehrmals zuvor, führte eine Wochenendexkursion den Analasoa-Club und die deutschen Gäste nach Analalava. Für alle Beteiligten immer ein ganz besonderes Naturerlebnis!

Foto: Tina Pfannenberg

  • Workshop für gemeinsame Projektentwicklung

Die intensiven persönlichen Kontakte durch die beiden Begegnungsreisen im Jahr 2025 bieten die Chance, gemeinsam ein längerfristiges Schülerumweltprojekt zu entwerfen, an dem beide Seiten künftig gleichberechtigt und auf Augenhöhe zusammenarbeiten können. Bei einem ersten Workshop in der kleinen Analasoa-Bibliothek wurden dafür die ersten Grundlagen ausgelotet: Was sind bisher die Schwerpunkte der Aktivitäten beim Analasoa-Club und bei der Madagaskar-AG? Wo liegen die Schnittmengen, auf denen die Kooperation ausgeweitet werden könnte?

Tonga soa! Willkommen in Madagaskar

Besuch der madagassischen Partner in Altenberg

Nach aufwendigen bürokratischen Herausforderungen und einiger Aufregung kurz vor der Abreise, weil gerade Jugendproteste in Madagaskar die Regierung stürzten, konnte uns tatsächlich acht Schülerinnen und Schüler des Analasoa-Clubs (+ drei erwachsene Begleiter) im Oktober für zweieinhalb Wochen besuchen. Und vor allem auch dank des Engagements der Madagaskar-AGler wurde daraus ein unvergessliches Highlight der Zusammenarbeit.

Nach der Abholung in Berlin durch ein „Empfangskomitee“ verbrachten die madagassischen und die deutschen Schüler eine gemeinsame (Herbstferien-)Woche im Landschulheim Mayenhof in Schellerhau. In der zweiten Woche waren die Besucher bei Gastfamilien untergebracht und besuchten unter anderem den Unterricht am Gymnasium. Das gemeinsame Abschlusswochenende fand dann auf der Johannishöhe in Tharandt statt. Eine zwar mit überreichlich Programmpunkten vollgestopfte, aber dennoch wunderbare Zeit, die viel zu schnell wieder vorbei war!

  • praktische Naturschutzaktionen

Neben viel Spaß zusammen und reichlich Bildungsprogramm gab es auch zwei gemeinsame Naturschutzeinsätze:

– Zum einen auf der Wiese neben der Raupennestklinik, wo die Madagaskar AG und die Grüne Liga Osterzgebirge seit einigen Jahren aus einem einstigen Zierrasen wieder eine artenreiche Bergwiese entwickeln. Wiese mähen, um dann das Gras auf dem Kompost zu entsorgen – das fühlte sich für die madagassischen Schüler sicher etwas befremdlich an. Doch mit großem Engagement und vielen Helfern war die Arbeit rasch erledigt.

– Zum anderen war natürlich auch wieder ein gemeinsamer Pflanzeinsatz organisiert, im Forstrevier Schellerhau. Mit 40 Helfern konnten ca. 1.000 junge Weiß-Tannen  in den Fichtenforst gepflanzt werden und werden künftig für mehr Naturnähe, Biologische Vielfalt und Klimastabilität sorgen.

  • Exkursionen

Auf mehreren Wanderungen stellten wir die Landschaften der Region vor, diskutierten Umweltprobleme und Naturschutzstrategien, die sich teilweise erheblich von den Bedingungen in Madagaskar unterscheiden. Deutsches Herbstwetter lernten die Gäste von seiner prächtigsten Seite (Laubfärbung und Sonnenschein am Geisingberg), aber auch in seiner ungemütlichsten Form (nasskalte Nebelsuppe in der Sächsischen Schweiz) kennen.

  • Kunstausstellung in der Galerie Geißlerhaus

Einer der Höhepunkte während des Besuchs der madagassischen Gäste war die Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern der Altenberger Schülerin Tabea Scheinert (die bereits beim „Rainforest Art Contest“ 2022 den ersten Preis gewonnen hatte) und von Saniolin Laivazaha aus Madagaskar. Saniolin war und ist der Hauptorganisator des Analasoa-Clubs – zunächst viele Jahre als Schüler in Anjahambe, jetzt als Student in der Provinzhauptstadt Tamatave/Toamasina. Seit der Teilnahme als 12jähriger am ersten Schüler-Zeichenwettbewerb 2010 („Unser Wald und seine Tiere“) hat er außerdem bemerkenswertes künstlierisches Talent entwickelt.

Ausstellungseröffnung im Geißlerhaus

Die Ausstellung lief noch bis Ende des Jahres 2025. In dieser Zeit konnten auch mehrere Bilder Saniolins verkauft werden. Mit dem Erlös finanziert er einen Teil seines Jura-Studiums, eine Menge gemeinnützigen Engagements (nicht nur für den Analasoa Club) – und die Medikamente für seine kranke Mutter. Folgende Bilder warten noch auf einen neuen Besitzer:

Bei Interesse bitte melden bei jens/ät/osterzgebirge.org

  • Bildungsprogramme

Nach einer ersten Vorstellung des Altenberger Gymnasiums durch die langjährige, jetzt pensionierte Direktorin Benita Junghans am ersten Besuchstag (während der Herbstferien) nahmen die madagassischen Gäste in der zweiten Woche dann auch am Unterricht teil. Mehrere Lehrerinnen und Lehrer hatten sich mit ihrem Programm speziell auf die Gastschüler vorbereitet.

An einem Nachmittag nahm sich die Leiterin der Altenberger Bücherei viel Zeit, den Besuchern die Organisationsweise einer Bibliothek zu erklären. Auch in Anjahambe gibt es die kleine „Analasoa-Bibliothek“, 2017 mit Geldern von „genialsozial“ errichtet. Allerdings leider ohne fachkundiges Personal, so dass die Schülerinnen und Schüler des Analasoa-Clubs sich selbst darum kümmern müssen.

Am Freitag der zweiten Woche stand dann noch eine Exkursion zur altehrwürdigen Tharandter Forstfakultät auf dem Programm, gemeinsam mit allen Elftklässlern des Altenberger Gymnasiums. Zwei Wissenschaftlerinnen des Lehrstuhls für tropische Forstwirtschaft (aus Indien und aus Kolumbien) sowie ein Wissenschaftler vom Naturschutz-Lehrstuhl hielten interessante und außerordentlich motivierende Kurzvorlesungen für die Schülerinnen und Schüler.

  • Projektentwicklung

Während der reichlich zwei Besuchswochen arbeiteten die madagassischen und deutschen Schüler auch immer wieder an künftigen gemeinsamen Projektvorhaben. Dazu fanden mehrere Workshops statt: im Mayenhof Schellerhau, bei der Sächsischen Jugendstiftung in Dresden, in der Bärensteiner Galerie Geißlerhaus und auf der Johannishöhe Tharandt (Umweltbildungshaus der Grünen Liga). Mit wirklich beeindruckender Konzentration und Disziplin entwickelten die Partner aus beiderseitigen Ideen erste Projektskizzen, die sich auf die drei Themenfelder Wald, Müll und Öffentlichkeitsarbeit fokussieren.

Inzwischen wurden die Projektideen der Jugendlichen zu einem Gesamtpaket zusammengefügt. Dieses ergäbe ein durchaus ambitioniertes, komplexes Programm für die nächsten Jahre. Doch zuvor muss die Kreativität der Schülerinnen und Schüler erstmal auf den Prüfstand der Realitäten. In Madagaskar stellen sicherlich die harten sozio-ökonomischen Bedingungen beträchtliche Hürden dar – in Deutschland hingegen werden wohl eine Menge bürokratische Herausforderungen zu meistern sein.

In jedem Fall haben die beiden Schülerbegegnungsreisen 2025 der Zusammenarbeit von  Madagaskar AG und Analasoa-Club eine ganz neue Qualität verschafft – dank des Engagements der Jugendlichen selbst!

Mayenhof Schellerhau

Madagassisch-deutsche Schülerbegegnung in Altenberg

Weitere Madagaskar-AG-Aktivitäten 2025

Wenngleich die beiden Begegnungsreisen samt Vor- und Nachbereitungen die meisten Kapazitäten der Madagaskar AG in Beschlag nahmen, so gab es auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Programm der regulären Aktivitäten: Waldeinsatz im Hiekenbusch, Wiesenpflege Raupennestwiese, Feuerlilienwieseneinsatz, Tag der Offenen Tür, Nachwuchswerbung bei den neuen Fünftklässlern, Regenwaldlauf in Dresden, Weihnachtsmarkt Geising, Exkursion Botanischer Garten Dresden und Botanischer Garten Berlin …

Eine Zusammenfassung der Madagaskar-AG-Aktivitäten 2025 gibt es auch hier:

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Aktionen & Projekte 2024

Eine umfassende Übersicht über die Aktivitäten der Madagaskar AG im Jahr 2024 gibt es unter:

osterzgebirge.org/madagaskar-ag-2024

Analasoa-Stiftung vergibt erste Stipendien

Faltblatt Analasoa Stiftung

Es ist für Schülerinnen und Schüler im abgelegenen Dorf Anjahambe wahrlich nicht einfach, am Ende ihrer Schulzeit die Abiturprüfungen zu bestehen. Die Bildungsmöglichkeiten am kleinen Lycée des Ortes sind weniger als bescheiden: drei kahle Klassenzimmer für bis zu 200 Schüler, kaum Unterrichtsmaterial, viel zu wenige motivierte Lehrer, ein arbeitsreiches Leben auch für Kinder jenseits der Schule …  Und dennoch zeigen vor allem viele der beim Analasoa Club engagierten jungen Leute eine beeindruckende Lernbereitschaft. Wenn sie dann aber tatsächlich ihr Abi geschafft haben, heißt das für die meisten noch nicht, dass sie in die Provinzhauptstadt Tamatave ziehen können, um dort zu studieren. Denn das Leben dort ist für junge Madagassen vom Lande teuer, für viele unerschwinglich teuer.

Um den besonders motivierten unter den Analasoa-Club-Mitgliedern den weiteren Bildungsweg etwas zu erleichtern, haben sich Eltern ehemaliger Madagaskar-AG-Schüler letztes Jahr entschlossen, eine eigene Stiftung zu gründen, über die kleine Stipendien ausgereicht werden können. Die deutsche Bürokratie hat es der Geisinger „Analasoa-Stiftung“ nicht einfach gemacht, den Betrieb aufzunehmen. Aber im Herbst 2024 ist es eindlich so weit!

Aus den zuvor eingeworbenen Spenden können ab Dezember 2024 zwei junge Frauen, die viele Jahre beim Analasoa Club aktiv waren bzw. noch sind, ein Stipendium von monatlich 30 € bekommen. Dies deckt schätzungsweise ein ein Viertel ihrer monatlichen Kosten. Deliatrice (die 2018 auch unter den Besuchern in Altenberg war) studiert in Tamatave Jura, hat bereits ihren Bachelorabschluss geschafft und ist jetzt im Masterstudiengang. Tridia hat mit einem Wirtschaftsstudium begonnen.

Für weitere Stipendien ist die Analasoa Stiftung weiterhin auf Spenden angewiesen:

Spendenkonto der Analasoa-Stiftung:
IBAN: DE62 8505 0300 0221 2863 49
BIC: OSDDDE81XXX
Die Analasoa-Treuhandstiftung ist als gemeinnützig
anerkannt, Spenden sind steuerabzugsfähig.

Delia 2018 beim Schülerbesuch in Altenberg

Email von Deliatrice, 19.12.2024 (übersetzt):

Hallo, ich bin sehr froh, dass es euch gibt; und ich möchte mich bedanken, dass ihr mich ausgewählt habt unter den Leuten, die ein Stipendium der Analasoa Stiftung bekommen.

Ich heiße Deliatrice, bin jetzt im Master 1 (Rechtswissenschaften) der Universität Tamatave, und ich möchte danach gern das Studium mit Master 2 im Ausland fortsetzen. Falls dies nicht gelingt, werde ich noch einige Zeit hier an der Universität benötigen, weil das Studienjahr in Madagaskar immer sehr spät beginnt.

Vielleicht mache ich in meiner auf Englisch geschriebenen Email Fehler, das tut mir sehr leid. Nach dem Examen werde ich weiter Englisch lernen.

Herzlichen Dank, ich wünsche euch alles Gute.

 

Aktionen & Projekte 2023

Eine umfassende Übersicht über die Aktivitäten der Madagaskar AG im Jahr 2023 gibt es unter:

osterzgebirge.org/madagaskar-ag-2023

Aktionen & Projekte 2022

Eine umfassende Übersicht über die Aktivitäten der Madagaskar AG im Jahr 2022 gibt es unter:

osterzgebirge.org/madagaskar-ag-2022

 

Aktionen & Projekte 2021

 

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Eine Übersicht über die 2020er Aktivitiäten der Altenberger-Madagaskar-AG sowie der vom Regenwaldverein Ranoala unterstützten Projekte gibt es hier.


und hier der Rückblick auf das erste Jahrzehnt der Madagaskar AG:

 

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