Natur im Osterzgebirge

Herbstexkursion Ost-Erzgebirge und Böhmisches Mittelgebirge 2022

Mit der perfekt organisierten Exkursion in einigen der schönsten Landschaften Mitteleuropas hatten die Freunde vom tschechischen Umweltverein Arnika und von der Universität Bratislava die Messlatte sehr hoch gelegt für den zweiten Teil des deutsch-slowakisch-tschechischen Projekts

“Mittel-Osteuropäische Kulturlandschaften im Klimawandel – Biodiversität erhalten”.

Nach der Exkursionswoche im September 2022 kann nun konstatiert werden: es ist durchaus gelungen, an die überaus positiven Erlebnisse und Erfahrungen im Mai anzuknüpfen – auch wenn naturgemäß die Bergwiesen um diese Jahreszeit nicht in üppiger Blüte stehen und ergiebiger Regen zwar für Entspannung in der Natur aber nicht immer für vergnügliches Wanderwetter sorgte.Bedauerlicherweise gab es kurz vor Exkursionsbeginn noch etliche kurzfristige Absagen, aber auch mit reichlich 30 Teilnehmern entspannen sich viele interessante Diskussionen zwischen den Naturschützern aus drei Ländern. Es ist zu hoffen und zu erwarten, dass die dabei entwickelten Ideen in Zukunft zu neuen gemeinsamen, grenzüberschreitenden Projekten führen können.

 

Sonnabend, 10. September:   17:00 Uhr Treff in Altenberg; kleine Abendexkursion zum Geisingberg;

Einführung in Landschaft, Naturausstattung, Siedlungsgeschichte und Bergbau

Ankommen in der Biotoppflegebasis Bielatal bei Bärenstein, Kennenlernen

Einführung in die Landschaft des Ost-Erzgebirges auf dem Heidehübel im NSG “Geisingberg” (Foto: Jan Říha)

 

Blühende Geisingbergwiesen muss mann sich im September anhand von Fotos vorstellen … (Foto: Lukas Häuser)

 

 

 

… dafür leuchten jetzt die Vogelbeeren. (Foto: Lukas Häuser)

 

 

 

 

 

 

Ankunft an der Biotoppflegebasis im Bärensteiner Bielatal (Foto: Volker Beer)

 

 

Sonntag, 11. September: Steinrückenlandschaft Ost-Erzgebirge

Vorstellung der Arbeit der Grünen Liga Osterzgebirge und der Naturschutzstation Osterzgebirge

Wanderexkursion über die Steinrückenfluren von Bärenstein und Lauenstein, Besuch bei zwei Landwirtschaftsunternehmen, Bergwiesenausstellung im Museum Schloss Lauenstein; Besuch der Regenwaldausstellung (Schüler-Kunstwerke) in der Galerie Geißlerhaus

Steinrücken und Wiesen – Biodiversität in der Kulturlandschaft; Umweltbildung

 

 

 

(Foto: Volker Beer)

 

 

 

 

 

Wanderstart an den “Bielatal-Biotopen”(Foto: Jan Říha)

 

 

 

 

Exkursionsstop im “Holzäppelgebirge” an der Sachsenhöhe (Foto: Volker Beer)

 

 

 

 

 

Mittagsrast am Schloss Lauenstein (Foto: Jens Weidenhagen)

 

 

 

 

 

 

(Foto: Jan Říha)

 

 

 

Stallbesuch im Versuchsgut Börnchen (Foto: Jan Říha)

 

 

Montag, 12. September: Wälder, Baumdenkmale und seltene Gehölze im Ost-Erzgebirge

vormittags Wanderexkursion Naturschutzgebiet Weicholdswald, Hegelshöhe und Schilfbachtal, gemeinsam  mit  dem Dendrologen und emeritierten Naturschutz-Professor  Peter A. Schmidt sowie Förstern des Staatsbetriebs Sachsenforst

nachmittags kleiner praktischer Naturschutzeinsatz beim Waldprojekt der Grünen Liga Osterzgebirge im Bärensteiner Bielatal

Bäume und Wald im Klimawandel

in Kooperation mit der TU Dresden, Lehrstuhl Biodiversität und Naturschutz

Gehölz-Exkursion im Bärensteiner Bielatal mit Prof. Peter A. Schmidt (Foto: Jens Weber)

Vorstellung der Holzapfel- und Wildobstprojekte der Grünen Liga Osterzgebirge durch Anke Proft und Simone Heinz (Foto: Jens Weber)

 

 

 

 

Markierungspfosten einschlagen am alten Wildapfel auf den Bielatalbiotopen (Foto: Jan Říha)

 

Erläuterungen vorm praktischen Einsatz im neuen Waldumbauprojekt der Grünen Liga Osterzgebirge (Foto: Jan Říha)

 

 

 

Dienstag, 13. September:  Klima- und Landschaftswandel auf dem Erzgebirgskamm

vormittags Naturschutzgebiet Georgenfelder Hochmoor, Wetter-Lehrpfad, Birkhuhn-Lebensraum

Klimawandel und dessen Auswirkungen auf Ökosysteme

nachmittags Wanderexkursion im Grenzgebiet zwischen Nové Město/Neustadt und Rehefeld

deutsch-tschechische “Grenzerfahrungen”, Siedlungs-/Landnutzungsgeschichte

abends Vorstellung der “Grünen Schule grenzenlos” in Zethau

Der viele Regen am Vormittag konterkariert das zentrale Thema des Tages: klimawandelbedingte Dürreauswirkungen auf Moore und andere Ökosysteme (Foto: Jens Weber)

 

nochmal Frühstück an der Biotoppflegebasis Bielatal, bevor es per Reisebus weitergeht (Foto: Volker Beer)

 

 

 

 

Norbert Märcz, Chef des Wettervereins Zinnwald-Georgenfeld, relativiert den heutigen Regen mit Verweis auf die Niederschlagsmengen am 13. August 2002 (rechte Säule, neben denen der monatlichen Mittelwerte) (Foto: Volker Beer)

 

Die Hydrologin Karin Kessler erläutert Maßnahmen zur Moorstabilisierung

 

 

Auf Entdeckungstour nach Spuren der ehemaligen Siedlung Kalkofen im einst deutschböhmischen Grenzgebiet (Foto: Jens Weber)

 

 

mit Heide Dix am Bahnhof Moldava (Foto: Jens Weber)

 

 

 

Willkommen in der Grünen Schule grenzenlos in Zethau (Foto: Jan Říha)

 

Mittwoch, 14. September:  Bergbauteiche, Kunstgräben, Biotopverbund

vormittags Dorfmuseum Zethau; anschließend Exkursion am NSG Großhartmannsdorfer Großteich –  Kunstgräben und Kunstteiche der “Revierwasserlaufanstalt

Wasserrückhalt in der Landschaft in Zeiten des Klimawandels, Bedeutung für die Biodiversität

nachmittags Informationszentrum der Fláje-Talsperre; Infromationen zum nordtschechischen Braunkohlebergbau in Braňany bei Bílina
abends Ankunft in Mentaurov bei Litoměřice

Führung am Großhartmannsdorfer Teich mit Andreas Püwert, einem der profundesten Naturkenner der Region (Foto: Jens Weber)

 

das kleine, aber liebevoll erhaltene und interessant gestaltete Flachsmuseum von Zethau, vorgestellt von Volker Beer (Foto: Jens Weidenhagen)

Flachsen mit Christoph Weidensdorfer, Chef der Grünen Schule Zethau (Foto: Jens Weber)

 

kleiner Bauerngarten am Flachsmuseum

 

 

 

Erläuterungen zur Revierwasserlaufanstalt durch Staumeister Felix Zubritsky (Foto: Jan Říha)

 

 

im Striegelhaus, der historischen Wasserablass-Steueranlage des Großhartmannsdorfer Großteichs (Foto: Johanna Davids)

 

 

 

 

 

 

Schlechtwettervariante statt Kammwanderung: Besuch im neuen Informationszentrum an der Staumauer der Fláje-Talsperre (Foto: Jan Říha)

 

Infos zum Braunkohlebergbau im nordböhmischen Becken von Helena Říhová am Aussichtspunkt Braňany bei Bílina – auch wenn dicke Wolken den Blick in den Tagebau verhinderten.

 

 

Donnerstag, 15. September:   Böhmisches Mittelgebirge – Hügel und Wiesen bei Litoměřice/Leitmeritz

vormittags: Wanderexkursion zum Radobýl

nachmittags: Exkursion zu Lokalitäten im  LIFE-Projekt “České Středohoří

auf dem Holý vrch bei Hlinná (Foto: Volker Beer)

Vom Umweltzentrum SEVER betriebenes Pfadfinderlager bei Mentaurov – eine sehr schöne Unterkunft für die drei Exkursionstage im Böhmischen Mittelgebirge (Fott: Volker Beer)

 

 

 

Der Exkursionstag war geprägt durch zwei ausgedehnte Wanderungen über die Berge zwischen Böhmischer Pforte und Leitmeritz – unter der sachkundigen Führung von Vlastimil Vlačiha, Mitarbeiter der Schutzgebietsverwaltung des Böhmischen Mittelgebirges.

 

 

Einführung zum Naturraum Böhmisches Mittelgebirge vom Vyhlídkové místo (Foto: Lukas Häuser)

 

 

Besteigung des Holý vrch (Foto links: Jens Weidenhagen)

 

Neben vielen anderen Dingen haben wir gelernt: das Böhmische Mittelgebirge gilt als Evolutionszentrum für die Gattung Sorbus. Endemisch ist u.a. die Elbe-Mehlbeere. (Foto: Jens Weber)

 

 

 

auf dem Holý vrch (Foto: Jan Říha)

 

 

 

 

Wunden und Wunder zugleich: Steinbrüche im Böhmischen Mittelgebirge. Besonders eindrucksvoll die enormen Basaltsäulenwände am Radobýl (Foto: Jens Weber)

 

 

 

Aufstieg zum Radobýl-Gipfel (Foto: Jan Říha)

 

 

 

 

 

Am Gipfelkreuz des Radobýl (Foto: Jens Weber)

 

 

 

 

 

Knippsjagd auf eine Gottesanbeterin – nur bei einer toten Queen gibt es mehr Fotorummel. (Foto: Jens Weber)

Martin Labuda erklärt die Böhmische Landschaft (Foto: Lukas Häuser)

Aussichtsturm auf dem Varhošt’ (Foto: Volker Beer)

 

Rückweg nach Mentaurov (Foto: Jan Říha)

… und abends Party mit Live-Music! (Foto: Volker Beer)

Rast mit Aussicht auf dem Lysá hora (Foto: Lukas Häuser)

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 16. September:  Milleschauerbesteigung, Umweltbildung und Weinverkostung

vormittags: Besteigung des Milešovka/Milleschauer (836 m, höchster Berg des Böhmischen Mittelgebirges), Umweltbildungsmethoden, Besuch der Wetterstation

nachmittags: lokale Weinverkostung in Velké Žernoseky, Wanderexkursion im Elbtal von Libochovany/Libochowan nach Velké Žernoseky/Groß-Tschernosek, historische Burganlage, Lebensraum Smaragdeidechse

Blick vom Milešovka (Foto: Jan Říha)

kleine, neue Kapelle in Bílka (Foto: Jan Říha)

 

 

 

 

Umweltbildungsaktionen mit Kateřina Simajchlová von SEVER Litoměřice beim Aufstieg auf den Milleschauer (Foto: Volker Beer)

 

Nicht ohne Grund soll Alexander von Humboldt die Landschaft um den Milleschauer zu einer der schönsten der Welt erklärt haben. (Foto: Jan Říha)

In der seit 1905 bestehenden Wetterstation auf dem Milleschauer-Gipfel werden Wetter-Messgeräte erklärt … und Wolken gemacht. Die Informationen über spannende Erkenntnisse aus 117-jährigen Wetterdatenreihen blieben leider etwas hinter den Erwartungen zurück.

 

 

Nachmittags Besuch im Weingut „Žernosecké vinařství“ samt Verkostung (Foto oben:Jan Říha, unten: Volker Beer) 

 

 

 

 

 

Abendwanderung zum Kalvarienberg – Lebensraum von Smaragdeidechsen und Projektgebiet von LIFE České středohoří (Foto: Jan Říha)

 

Sonnabend, 17. September:  Naturschutzeinsatz am Lipská hora

vormittags praktischer Wiesenpflegeeinsatz: Mahd, Entbuschung , Grünmasseberäumung (seit  2009 alljährliches gemeinsames Naturschutz-Wochenende von Unterstützern der Grünen Liga Osterzgebirge und Arnika)

mittags gemeinsamer Lagerfeuer-Imbiss und offizieller Exkursionsabschluss, anschließend Heimfahrt des slowakischen Reisebusses

Jana Vitnerová von der tschechischen Umweltorganisation Arnika, die seit 2009 gemeinsam mit der Grünen Liga Osterzgebirge den alljährlichen Lipská-hora-Einsatz organisert, begrüßt die zusätzlichen Helfer. (Foto: Jan Říha)

 

 

 

Doch heftiger Regen machte den Abschluss-Naturschutzeinsatz am Lipská hora wenig vergnüglich. (Foto: Volker Beer)

 

 

 

(Foto: Jan Říha)

 

komplizierter Abseilakt für die auf der Lipska-hora-Wiese geparkten Autos der Organisatoren, nachdem der Regen den steilen Zufahrtsweg in Schlammassel verwandelt hatte (Foto: Volker Beer)

 

Abschlussrunde am Samstagnachmittag

 

 

 

… und zum Schluss noch ein besonders herzliches Dankeschön an Martin Labuda, dessen Dolmetschergehirnüber eine schier unfassbare Speicherkapazität verfügt.

(Foto: Volker Beer)