Natur im Osterzgebirge

An die Bürger von Liebenau, Breitenau, Lauenstein und den anliegenden Ortsteilen

Viele von Ihnen haben sich im Sommer 2025 mit einer Stellungnahme zur Raumverträglichkeitsprüfung der Bergbaupläne der Zinnwald Lithium GmbH beteiligt.

Es gab über 600 Stellungnahmen! Das ist eine beachtliche Zahl und ein Zeichen an die Politik: Wir nehmen es nicht hin, wenn unsere Lebensgrundlagen den Profitinteressen von Investoren geopfert werden sollen. Es war ein Signal, dass die Bürger unserer Region aufmerksam und kritisch auf die drohenden Eingriffe in Natur und Heimat schauen!

Vielen Dank an alle!

Mitte Januar sind die Ergebnisse der Prüfung durch die Landesdirektion Sachsen veröffentlicht worden. Das Dokument hat es in sich. Zwar wird von der Behörde die grundsätzliche Möglichkeit eingeräumt, dass der Bergbau umwelt- und sozialverträglich geschehen kann – aber:

Die Vorgaben und Einschränkungen sind erheblich. Fast alle unsere Einwände sind aufgenommen und die teilweisen Falschdarstellungen des Unternehmens in den Planungsunterlagen klar benannt worden.

Folgende Punkte seien herausgehoben:

Wasser:

  • Die Zinnwald Lithium GmbH darf kein Wasser aus der Trinkwassertalsperre Gottleuba und aus dem Hochwasserrückhaltebecken Lauenstein entnehmen. Zudem darf der Wasserstand der Bäche und Flüsse nicht unter ein Mindestmaß fallen. Beeinträchtigungen der Brunnen müssen ausgeschlossen werden. Um das knappe Gut Wasser zu schützen, werden umfangreiche hydrologische Gutachten eingefordert. Damit sind die bisherigen Planungen des Bergbauunternehmens, die einen erheblichen Wasserverbrauch einschließen, obsolet.
  • Das Quellgebiet der Trebnitz darf nicht überbaut werden. Damit steht die Lage der Deponie in Liebenau grundsätzlich in Frage.
  • Jede Hochwassergefährdung durch die Deponie muss ausgeschlossen werden.

 

unmittelbare Belastungen durch Deponie:

  • Die geplante Deponie wird als zu groß eingeschätzt und soll reduziert werden. Zudem müssen Verwehungen und Ausspülungen auch bei Extremwetterlagen und Stürmen zuverlässig verhindert werden.
  • Um Rauchgas- und Staubemissionen zu verhindern und den Lärmschutz zu gewährleisten, sollen die Industrieanlagen vollständig eingehaust werden. Das würde zu einer immensen Kostensteigerung für die Zinnwald Lithium GmbH führen.


Tourismus/Welterbe:

  • Es darf keine Beeinträchtigung der Tourismusregion Osterzgebirge, der Kur- und Erholungsorte und des Welterbes Montanregion Erzgebirge geben. Auch Liebenau und die betroffenen Landwirtschaftsflächen werden als schützenswert anerkannt. Das kollidiert mit dem erheblichen Landschaftsverbrauch, mit dem das Unternehmen rechnet.

 

Grenzüberschreitende Betrachtung und Verkehr:

  • Da in Zinnwald zu beiden Seiten der Grenze lithiumhaltiges Gestein abgebaut werden soll, wird eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert, die normalerweise mehrere Jahre dauert. Es werden Abstimmungen mit der tschechischen Seite gefordert, um doppelte Infrastrukturen usw. zu verhindern.
  • Die vorgelegten Zahlen zum Verkehrsaufkommen werden als falsch zurückgewiesen. Realistische Pläne für den erheblichen LKW-Verkehr fehlen und werden angemahnt. 

 

Gesamtplanung:

  • Zurückgewiesen wurde die Salamitaktik der Zinnwald Lithium GmbH, die zunächst nur Pläne für eine erste Phase des Abbaus vorlegt, aber gegenüber Investoren bereits mit einer umfänglichen zweiten Phase rechnet. Hier wird eine Gesamtplanung gefordert, die keine nachträglichen Erweiterungen zulässt. Jetzt muss das Unternehmen erklären, wohin der Abraum kommen soll, den die viel zu kleine Deponie in Liebenau nicht fasst.

 

Fazit:

Alle diese Einschränkungen stellen eine erhebliche Herausforderung für die Zinnwald Lithium GmbH dar. Sie stellen die Pläne an sich in Frage. Wichtig ist, dass wir jetzt genau hinschauen und die Ergebnisse der Raumverträglichkeitsprüfung konsequent umgesetzt bzw. eingefordert werden. Das Osterzgebirge darf nicht doch noch am Ende den Interessen ausländischer Investoren geopfert werden. Auf einer Anhörung im Sächsischen Landtag im Januar wurden viele der kritischen Punkte von Experten unterstrichen. Zudem wurde dort auch die wirtschaftliche Fragwürdigkeit des Projektes überdeutlich.

Es zeigt sich, dass unser Widerstand Kreise zieht. Es ist nicht vergeblich, um den Erhalt des Osterzgebirges zu kämpfen!

Wer sich einbringen oder auch nur informieren will, ist herzlich willkommen zu den Zusammenkünften unserer Bürgerinitiative Liebenau. Wir treffen uns jeweils 18 Uhr an jedem ersten Donnerstag im Monat im Schützenverein in Liebenau (nächster Termin: 05.03.26) und freuen uns über jede Art von Unterstützung. 

Mehr und mehr Bürger möchten ihren Protest gegen das Lithium-Projekt offen durch am Grundstück angebrachte Plakate zeigen. Falls auch Sie daran Interesse haben, melden Sie sich gern bei uns. 

Demnächst können auch Fahrzeugaufkleber dafür bei uns erworben werden. 

Ihre Bürgerinitiative Liebenau (www.bi-liebenau.de)

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