Es ist vollbracht! 25 Jahre nach Beginn des Waldumbauprojekts der Grünen Liga Osterzgebirge auf der Bärensteiner Sachsenhöhe – und 5 Jahre nach dessen eigentlicher Beendigung – konnte nun auch die wichtigste und aufwendigste Restarbeit bewältigt werden. Im Rahmen des internationalen Schellerhauer Naturschutzpraktikums halfen 16 Studentinnen und Studenten mit, die eingewachsenen Reste des längst unbrauchbar gewordenen Wildschutzzauns aus dem Wald zu schaffen. Dank der engagierten praktischen Unterstützung der aus verschiedenen Teilen der Welt stammenden jungen Leute konnte damit eine „Altlast“ abgeräumt werden, die seit langem auf der Liste unbewältigter Aufgaben des Umweltvereins lastete.
Rückblende: 2001 hatte sich die Grüne Liga Osterzgebirge zu ihrem zehnjährigen Bestehen „Baumspenden“ gewünscht – und dafür einen Teil des damaligen Bärensteiner Stadtwaldes gepachtet. Es folgten alljährlich weitere Freiwilligenaktionen auf der Sachsenhöhe, meist im Rahmen des „Bäumchenpflanz-Wochenendes“. Mehrere Tausend gepflanzte Bäumchen plus Naturverjungung wachsen seither zu einem wunderbaren Mischwald aus 20 verschiedenen Baumarten heran.
Möglich war das in den langen Anfangsjahren nur durch aufwendig in den Bergbauschotter der Sachsenhöhe gesetzte Wildzäune. Andernfalls wäre das meiste in den Mägen von Rehen und Hirschen gelandet. So anspruchsvoll wie der Bau der Zäune erwies sich dann aber auch die Unterhaltung derselben. Immer wieder brachen umstürzende Fichten aus dem kränkelnden Oberstand darüber. Rasch fanden jedesmal Wildtiere die geöffneten Zugänge zu den verlockenden Jungbäumchen.
Inzwischen war Bärenstein nach Altenberg eingemeindet worden, und damit Sachsenforst per „Beförsterungsvertrag“ für die Sachsenhöhe zuständig. Der damalige Forstamtsleiter erklärte den Pachtvertrag der Grünen Liga für nichtig, ein von Sachsenforst beauftragtes Holzrückeunternehmen richtete mit schwerer Technik erhebliche Schäden an. Seit vielen Jahren war ein Teil der Wildschutzzäune nun unbrauchbar.
Aber mittlerweile hatten die Pflanzungen eine solche Höhe und Dichte erreicht, dass Zäunung nicht mehr nötig ist. Um 2020 entschieden die Verantwortlichen der Grünen Liga Osterzgebirge das Sachsenhöhenprojekt für abgeschlossen. Und zwar voller Stolz, denn das Ergebnis aus zwei Jahrzehnten aufwendiger Arbeit von vielen Freiwilligen kann sich sehen lassen. Fürwahr ein Vorzeigemodell für Waldumbau im Klimawandel, mit vielen, sich gegenseitig Schutz gewährenden Baumarten!
Nur die Beseitigung der umgestürzten und einwachsenden Wildzäune, die war auch nach mehreren Freiwilligeneinsätzen der letzten Jahre immer noch nicht abgeschlossen. Der schwierigste Abschnitt zog sich noch den steilen Nordhang zur Sachsenhöhe hinauf – bis vor kurzem. Anfang August haben die Studentinnen und Studenten verschiedener Hochschulen mit vereinter Kraft auch diese letzte „Altlast“ beräumt. Ein herzliches Dankeschön der Grünen Liga Osterzgebirge auch an die Naturschutzstation (über die das Schellerhaupraktikum seit einigen Jahren jetzt organisiert wird) sowie an die Stadt Altenberg, die sich um die Schrottentsorgung kümmert. Besonderer Dank geht aber an all die vielen fleißigen Helfer, die den Waldumbau auf der Sachsenhöhe zu einem Erfolg gemacht haben. Dazu gehören jetzt auch junge Menschen aus China, Ecuador, Indien, Nepal, Pakistan, der Slowakei, den USA. Naturschutz im Klimawandel braucht internationale Zusammenarbeit.