Natur im Osterzgebirge

Ressourcen-Tagung in Schmiedeberg

Am ersten September-Wochenende werden sich Bergbau-Betroffene und Wissenschaftlerinnen, Eine-Welt-Aktive und Umweltschützer im Ost-Erzgebirge treffen, um Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Es geht um Mindeststandards bei Rohstoffgewinnung und Alternativen zu immer weiterer Ressourcenausbeutung. Die Lithiumplanungen in Zinnwald und Cínovec zeigen, was offenbar bei den meisten Bergbauprojekten in aller Welt üblich ist: Risiken für Mensch und Natur werden verschwiegen, kleingerechnet und schöngeredet, gesetzlich eigentlich verbriefte Beteiligungsrechte zu zahnlosen Papiertigern gemacht, wichtige Informationen zurückgehalten oder auf Halbwahrheiten reduziert. Nebelkerzen-Narrative angeblicher Gemeinwohlorientierung („Energiewende“, „Versorgungssicherheit“, „Arbeitsplätze“) sollen verschleiern, worum es den Investoren eigentlich geht: purer Profit – zulasten von Flora und Fauna, von ortsansässiger Bevölkerung und ihren Lebensgrundlagen.

Wer sich dagegen wehrt, sieht sich oft als NIMBY abgestempelt („Not In My Backyard“ = „Nicht in meinem Hinterhof“). Wie falsch dies ist, offenbart sich in der vertrauensvollen  Zusammenarbeit der Bürgerinitiativen im Ost-Erzgebirge. Die Kontakte zwischen den BI’s auf deutscher und tschechischer Seite sind mit Sicherheit viel intensiver als zwischen den beiden Bergbau-Unternehmen, und vermutlich auch intensiver als zwischen den zuständigen Bergbehörden.

Als im letzten Jahr indigene Bergbauaktivistinnen aus Lateinamerika bei uns zu Besuch waren, entstand die Idee für eine Art Tagung hier in der Region, die einerseits der Vernetzung dienen soll, andererseits aber auch sozial und ökologisch vertretbare Antworten auf den schier endlosen Rohstoffhunger sucht.

Organisiert wird das Wochenende gemeinsam von der „Arbeitsstelle Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung“ der evangelischen Landeskirche Sachsen, der Grünen Liga Osterzgebirge, dem Zentrum für Entwicklungsbezogene Bildung Württemberg und dem Ayni Verein für Ressourcengerechtigkeit. Geldgeber sind Brot für die Welt und die Stiftung Weiterdenken (Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen).

Die Teilnahme-Anmeldungen aus verschiedenen Gegenden Deutschlands und mehreren weiteren Ländern lassen interessante, tiefgründige Gespräche erwarten. Die Kapazitäten im Winfriedhaus Schmiedeberg-Naundorf sind zwar begrenzt, dennoch hoffen wir auch noch auf weitere Tages-Teilnehmer aus dem Ost-Erzgebirge. Bitte anmelden unter:

https://weltverantwortung-evlks.de/kalender/wieviel-bergbau-ertraegt-die-erde

Ohne vorherige Anmeldung steht die Exkursion am Sonnabend für alle Interessenten offen.

Freitag, 4.9.:

  • Filmvorführung „Wuhlo – Kohle“, Gespräch mit Jadwiga Mahling (Pfarrerin in Schleife/Niederlausitz), 19.00 Uhr Winfriedhaus Schmiedeberg-Naundorf

Sonnabend, 5.9.:

  • Exkursion im ehemaligen Bergbaugebiet Altenberg (Pingenführung Christoph Schröder) und Zinnwald/Cínovec mit Informationen zu den aktuellen Lithiumplänen (Führung Kamila Derynkova und Jens Weber), 9:55 Uhr Bahnhof Altenberg
  • Workshops zum Themenkomplex Bergbau und Ressourcenverbrauch (Hannah Pilgrim, PowerShift & AK Rohstoffe; Oscar Choque, Fokus: Bergbau Bolivien; Cathy Plato, Fokus: Bergbau Kongo), ab 15.00 Uhr im Winfriedhaus Schmiedeberg

Sonntag, 6.9.:

  • Gottesdienst (mit Christian Lehnert), 10.00 Uhr Winfriedhaus Schmiedeberg
  • anschließend Vorstellung von Handlungsimpulsen für gerechtere Ressourcennutzung (u.a. „Handy-Aktion“, Ralf Häußler; „Reparatur-Cafés“, Jens Heinze)

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