Natur im Osterzgebirge

Madagaskar im Erzgebirge – Oktober 2025!

Schülerbegegnung Analasoa Club – Madagaskar AG 11. bis 28.10.2025

Hoffentlich ist bald alles klar – für den Besuch aus Madagaskar. Nachdem im Juni/Juli sechs Schülerinnen und Schüler der Altenberger Madagaskar AG (plus vier Erwachsene) nach Anjahambe reisen konnten, haben vor einigen Wochen tatsächlich auch elf unserer jungen madagassischen Freunde ihre Visa für den „Gegenbesuch“ im Oktober erhalten. Als privilegierter Besitzer eines deutschen Passes ist man sich meistens überhaupt nicht bewusst, wie schwierig es für nicht-reiche Menschen aus einem afrikanischen Land sein kann, in die Festung Europa hereingelassen zu werden. Zum Glück haben uns die Mitarbeiter der kleinen deutschen Botschaft in Antananarivo sehr unterstützt.

Vom 12. bis 27. Oktober besuchen uns also vier Schülerinnen und vier Schüler aus Anjahambe, die sich zum Teil seit vielen Jahren beim dortigen „Analasoa Club“ für Regenwald-Wiederaufforstung und andere Umweltinitiativen engagieren, sowie drei erwachsene Begleiter hier im Ost-Erzgebirge. In der ersten Woche (Herbstferien) werden die Freunde gemeinsam mit den Madagaskar-AGlern im Schellerhauer Mayenhof untergebracht sein. In der zweiten Woche wohnen sie dann bei Gastfamilien, und das Abschluss-Wochenende findet auf der Tharandter Johannishöhe statt.

Angelsina aus Anjahambe beim Pflanzeinsatz am Kahleberg 2018

Insgesamt erwartet die madagassischen und die deutschen Teilnehmer ein umfangreiches Programm, u.a. mit Exkursionen, Workshops, praktischen Naturschutzeinsätzen. Interessierte Naturschützer (von außerhalb des Madagaskar-AG-Kosmos‘) sind herzlich eingeladen, z.B. beim Pflanzeinsatz am Kahleberg am 18.10. mitzuwirken.

Aye-aye (eine skurrile Lemurenart), Saniolin Laivazaha 2022

Oder einen Tag zuvor in der Bärensteiner Galerie Geißlerhaus, wo eine Ausstellung unseres langjährigen Partners Saniolin, gemeinsam mit Werken einer Altenberger Schülerin, eröffnet wird. Saniolin war als Schüler einst „Präsident“ des Analasoa-Clubs in Anjahambe. Jetzt studiert er Jura und engagiert sich weiterhin bei verschiedenen gemeinnützigen und Umweltprogrammen, nach wie vor auch für den Analasoa-Club. Darüberhinaus zeichnet er beeindruckende Bilder. Wie schon beim „Rainforest Art Contest“ im Jahr 2022, können die Kunstwerke, die er jetzt mitbringt und die im Geißlerhaus zur Ausstellung kommen, auch gekauft werden. Mit den Einnahmen hoffen wir, weiteres Engagement für Naturschutz und Bildung im Regenwaldgebiet Madagaskars unterstützen zu können. (Ausstellungseröffnung am 17.10. um 17:00 Uhr, Voranmeldung wäre nett wegen begrenzten Platzes in der Galerie).

Die Finanzierung der madagassisch-deutschen Schülerbegegnungen in diesem Jahr sorgte noch vor kurzem für einige Sorgenfalten bei den Organisatoren (ein tränendrüsendrückender Grüne-Blätt’l-Bettelartikel war schon in Vorbereitung …). Der Besuch der madagassischen Freunde wird zwar über ENSA („Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm“) gefördert – was ganz wichtig war für die Visaerteilung. Aber die 14.000 ENSA-Euros reichen für kaum mehr als die Flugkosten vom fernen Madagaskar. Den großen „Rest“ der Gesamtkosten (beim letzten Besuch 2018 beliefen die sich auf 28.000 €!) muss die Madagaskar AG selbst aufbringen. Die Schülerinnen und Schüler organisierten dafür unter anderem einen Spenden-Pflanzeinsatz im April, der ca. 2.000 € einbrachte, bekamen einen Förderantrag (der während eines ENSA-Seminars entstand) bei „Children for a better world e.V.“ bewilligt (knapp 2.500 €), beteiligten sich mit drei Projekten erfolgreich bei einem „Wettbewerb für Jugendliche: Artenschutz für Pflanzen“ (zusammen 600 €), engagierten sich wieder beim Aktionstag „Genialsozial“ (1.400 €) und bewarben sich bei „Machen!2025“, den Ehrenamtsförderpreisen der Ostbeauftragten der Bundesregierung. Ziemlich unerwartet sprudelten daraus vor kurzem für uns nochmal 6.000 €. Damit sind die Sorgenfalten  für die Finanzierung des Oktober-Programms jetzt erstmal wieder etwas geglättet.

Die Schülerbegegnungen 2025 – sowohl in Anjahambe im Juli  als auch in Altenberg im Oktober – bilden zweifelsohne einen Höhepunkt der seit 2012 bestehenden Partnerschaft zwischen Analasoa Club und Madagaskar AG. Wir hoffen aber darüberhinaus, dass aus den intensiven persönlichen Kontakten der jungen Freunde ein langfristiges gemeinsames Umweltprojekt erwächst. Was genau das sein kann, das soll komplett der Kreativität der  Schülerinnen und Schülern überlassen bleiben. Einzige Vorgabe: beide Seiten müssen an den Projektarbeiten beteiligt sein, und der Erfolg des Projekts sollte beiden Seiten zugutekommen. Also keine klassische Einbahnstraßen-„Entwicklungshilfe“, sondern „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“. Auch wir können sehr viel von den Erfahrungen unserer madagassischen Partner lernen.

Dabei ist eines jedoch leider ebenso klar: die nötigen Finanzen werden größtenteils weiterhin aus dem unvergleichlich viel reicheren „Norden“ kommen können. Der Durchschnittslohn in Anjahambe beträgt irgendwas zwischen 1,50 € und 2 € – pro Tag! Die meisten Menschen sind als Subsistenzlandwirte auf ihre kleinen Reisfelder angewiesen.

Ein kleines, bescheidenes Finanzierungsinstrument, das wir letztes Jahr – gegen erhebliche bürokratische Hürden – geschaffen hatten, ist die Geisinger Analasoa-Stiftung. Für junge Menschen aus Anjahambe, die sich als Schüler im Ort gemeinnützig engagiert haben (z.B. beim Analasoa Club), bieten wir ein kleines Stipendium, um nach Schulabschluss ein Studium zu fördern. 30 € im Monat bedeuten in der Provinzhauptstadt eine nicht unwesentliche Unterstützung (ca. ein Viertel der Lebenshaltungskosten). Derzeit bekommen zwei Studentinnen das Analasoa-Stipendium. Vor kurzem endete die zweite Bewerbungsrunde. Soweit schon bekannt, haben sich auch Schülerinnen und Schüler beworben, die jetzt zu Besuch nach Altenberg kommen. Die Analasoa-Stiftung finanziert sich ausschließlich aus Spenden von Unterstützern aus unserer Region:

Spendenkonto der Analasoa Stiftung
(über Kerstin Hofmann)
IBAN: DE62 8505 0300 0221 2863 49
BIC: OSDDDE81XXX

(Die Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt, Spenden sind also steuerabzugsfähig)

analasoast@gmail.com

analasoa.org/analasoa-stiftung

Kaum etwas dürfte „nachhaltiger“ sein, als in die (Umwelt-)Bildung von jungen Menschen zu investieren und in deren Motivation, sich selbst und ganz konkret für die Erhaltung der Natur einzusetzen. Global denken – lokal handeln!

Pflanzeinsatz mit madagassischen Freunden am Kahleberg April 2018

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