Natur im Osterzgebirge

Sächsischer Waldzustandsbericht 2020 veröffentlicht

Aus der Zusammenfassung:

Der negative Trend des Waldzustandes in Sachsen setzte sich 2020 weiter fort. Die trockene und heiße Witterung der Jahre 2018 und 2019 hatte die Bäume bereits massiv geschwächt. Seit August 2019 bis zur Erhebung lagen die mittleren Temperaturen in nahezu jedem Monat über dem langjährigen Mittel. Von August 2019 bis Juli 2020 (Berichtszeitraum) war es 2,1 Grad Celsius im Vergleich zum langjährigen Mittel zu warm. Eine Ausnahme bildete nur der Mai 2020.

Der Bodenwasserspeicher wurde über die Wintermonate 2019/20 nur unzureichend gefüllt. Dies führte auf vielen Standorten während der Vegetationsperiode zur Austrocknung des Waldbodens mit ungünstigen Folgen für die Vitalität der Bäume. Bis zur Ermittlung des Waldzustandes im Juli 2020 fehlten mehr als 20 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Zusammen mit den ausgebliebenen Niederschlägen vorausgegangener Trockenjahre belief sich das gemittelte Defzit auf über 450 Liter je Quadratmeter (Stand September 2020). Dies entspricht einem kumulativen Niederschlagsdefzit von knapp zwei Drittel eines Jahresniederschlages!
Die hohen Temperaturen führten innerhalb der Vegetationszeit zu einer ansteigenden Verdunstung, die sich deutlich über dem Niederschlagsangebot bewegte. Die daraus abgeleitete  klimatische Wasserbilanz war auch in diesem Jahr für einen Großteil der Standorte und Monate negativ. Eine Versickerung fand praktisch nicht statt. Lediglich im September/Oktober 2019 und Februar 2020 lag das Niederschlagsangebot kurzzeitig über der Verdunstung.
Seit 1766 hat es in Sachsen nach Mitteilung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig keine derartige zweijährige Sommerdürre wie 2018 und 2019 gegeben. Diese setzte sich 2020 in den (Wald-)Böden während der Vegetationsperiode fort.

… Innerhalb der dreißigjährigen Beobachtungszeitreihe erreichte der mittlere Nadel- und Blattverlust aller sächsischen
Bäume 2020 ein neues Maximum und liegt bei 26,1 Prozent. Dies entspricht einem Anstieg von fast 3 Prozent zum Vorjahr und 5 Prozent zum Trockenjahr 2018. Dieser Wert liegt deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 17,2 Prozent.

… 35 Prozent der Waldbäume weisen eine deutliche Beeinflussung (Schadstufen 2 bis 4), 44 Prozent eine schwache
Beeinflussung
(Schadstufe 1) und 21 Prozent keine erkennbare Beeinflussung des Kronenzustandes (Schadstufe 0) auf. Die Werte heben sich noch einmal deutlich von den beiden Vorjahren ab. Noch nie wurden bei der Erhebung des Waldzustandes so wenige Bäume ohne erkennbare Schäden erfasst und noch nie waren gleichzeitig so viele
Bäume deutlich geschädigt.

Waldzustandsbericht als pdf zum Herunterladen (11 MB)

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