Natur im Osterzgebirge

Das Wetter im Osterzgebirge im Oktober 2020

Der Oktober zeigte sich zum Anfang weiterhin eher spätsommerlich mit viel Sonne und bis zu 24 °C im Tiefland. Und im Erzgebirge waren die Nachttemperaturen WEIT von der Frostgrenze entfernt. Ab dem 05. verschob sich das Britische Tief „Brigitte“, wodurch vermehrt Regen auftrat, am 07. auch mit mäßigen Schauern.
Vom 10. – 17. dominierten nasse und oktoberkühle Wetterlagen. Die Sonne blieb in der 2. Dekade nahezu aus. Am 11. gefror an allen Stationen – außer Köttewitz – kurzzeitig die bodennahe Luft. Ein Tief über dem westlichen Mitteleuropa zog am 13./14. in einer Vb-Zugbahn in Verbindung mit Dauerregen und stürmischen Nordwind. „Tief Gisela“ schenkte uns in Zinnwald knapp 100 mm – im Elbtal immerhin die Hälfte. Nebel wurde häufiger beobachtet, sowie der 1. (nicht nachhaltige) Schnee auf dem Kamm.

Zum 19. etablierte sich eine Südwestlage (“Tief Imka“). Lange blieb es nun trocken und die Temperaturen nahmen wieder mediterranes Niveau an. Zum 2. Mal in diesen Monat erreichten die Temperaturen selbst in Zinnwald > 15 °C (21.10.). Tage mit viel und wenig Sonnenschein wechselten sich rege ab. Am 23. kühlte sich die Luft an der Wetterwarte lediglich auf 8,5 °C ab.
Weiterhin zu mild aber wieder regnerisch und auch stark windig endete ein nasser Oktober, wie wir ihn lange nicht mehr hatten. Die Fernsicht war exzellent.
Eine Nordwestlage am 30. ließ umgerechnet über 30 Liter pro Quadratmeter in den Hellmännern zurück. An den anderen Vereinsstationen staute sich nur 1/3 der Menge an.

Nach anfänglichem Rekordverdacht mäßigte sich der Oktober mit einer Abweichung von + 1 bis 1,5 °C/K zum langjährigen Monatsmittel. Es gab weder Frost, noch Sommertage. Die einzigen Ereignistage traten mit dem Parameter Bodenfrost auf. Zinnwald meldete von allen Stationen die meisten (magere 4). Das signifikanteste Wetterelement stellte der Niederschlag dar. An 21 Tagen war er messbar (Zinnwald 23) mit insgesamt 86 (Dohna) bis 173 (Zinnwald) L pro m2. Somit wurde das Soll um mehr als das doppelte erfüllt. Gebietsweiße war das zuletzt 1974 der Fall! An 1 (Bannewitz) bis 4 Tagen (Zinnwald) regnete es gar
> 20 mm „Starkniederschlagstag“. Der hohe Bedeckungsgrad von 6,4/8 hatte natürlich einen negativen Einfluss auf die Sonnenscheindauer. Die Glaskugel in Dohna brannte 76 h (61 %) lang den Messstreifen durch. Das Pyranometer an der Wetterwarte registrierte 63 h (55 %). Der fehlende Kältereiz (Vernalisation) verwandelte zeitig bestellte Felder schon wieder in grüne und blühende Flächen. Der Wind wehte gemittelt durchschnittlich. Windstärke 6 maßen die Anemometer 2 x (Dohna & Bannewitz), 12 x (Köttewitz) und
23 x (Wetterwarte). Sie war der einzige Standort mit Windstärke 8 (2 x). Die höchste Böe trat im Zuge des Vb-Tiefs am 14. mit 80 km/h (Bft 9) das Messfeld. Nebel bildete sich aufgrund der mangelnden Ausstrahlung selten. Aber Dohna und Köttewitz kamen wenigstens 1 x in den Genuss – Bannewitz 2 x. Böhmischer Nebel gelangte an 12 Tagen über den Kamm. Gute Fernsicht war an 15 Tagen möglich. Der mittlere Luftdruck von 1012,8 hPa bedeutet den niedrigsten Wert seit 1998!

Das Wetter im Vergleich:

Zinnwald-Georgenfeld* Bannewitz-Wilmsdorf** Köttewitz** Dohna**
Temperaturdurchschnitt 6,4 °C 10,3 °C 11,3 °C 10,9 °C
Maximum 15,9 °C 21,6 °C 22,8 °C 24,1 °C
Minimum 0,2 °C 0,6 °C 2,2 °C 0,8 °C
Niederschlag 172,6 mm 105,1 mm 89,0 mm 85,5 mm
Sonnenscheindauer 62,8 h 76,0 h
Höchste Schneehöhe 0 cm 0 cm 0 cm 0 cm
* Werte: Deutscher Wetterdienst ** Werte: Wetterverein ZG e.V.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

 

Die Wetterkalender sind wieder da:

Der Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V. hat wieder neue Wetterkalender mit Motiven aus der Altenberger Umgebung herausgebracht. Diese sind im Landmarkt Zinnwald sowie im Tourist-Info-Büro, im Lugsteinhof sowie in der Sportcollection erhältlich. Den Großen Kalender mit Platz zum Eintragen von Terminen bekommen Sie für 12 Euro, den kleinen Bildkalender für 8 Euro. Der Erlös kommt natürlich dem Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V. für seine Projekte zu Gute. Sie unterstützen u.a. damit den Aufbau neuer „Wetterprojekte“ sowie das Grenzbuchenfest und den „Murmeltiertag“ am 2. Februar.

Einladung zum Murmeltiertag am 2.2.2020

Lichtmess wird im Zinnwalder Vereinspark wieder der Schatten des Murmeltiers gemessen! Nach der alten Bauernregel, die besagt, dass wenn am Mittag des 2. Februar das possierliche Tierchen seinen Schatten sieht, der Winter noch 6 Wochen dauert, ist das Hochhalten des Murmeltiers durch Auswanderer an der kanadischen-amerikanischen Grenze zum Highlight geworden. Warum also das nicht im Wetterort Zinnwald-Georgenfeld auch ausprobieren? Zweimal hat übrigens die Bauernregel bei uns schon weitgehend gestimmt, mal schaun, wie das im nächsten Jahr wird!

 

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