Natur im Osterzgebirge

Der Alte Cunnersdorfer

Als wir ihn nach Hinweisen letzte Woche in diesem Zustand  vorfanden, war das ein trauriger Moment für uns.  Diesen großen Schaden würde der alte Cunnersdorfer Wild-Apfelbaum wohl nicht mehr verkraften. Ein großer Seitenast war weggebrochen und hatte eine tiefe Wunde in den Baum gerissen. Seit Jahren war der Baum hohl und auch die Spuren eines Blitzeinschlages waren erkennbar, ebenso Pilzbefall. Trotzdem hielt er sich über so viele Jahre. Man konnte nur staunen über die riesige Krone, die er anmutig trug.  Nun lag ein Großteil davon auf dem angrenzenden Acker, bestückt mit vielen kleinen Holzäppeln. Am abgebrochenen Ast sah man, dass auch dieser bereits stark geschädigt war.

Mit Wehmut mussten wir einsehen, dass es wohl zu Ende ging mit dem Alten Cunnersdorfer.  Unsere gesamte Holzäppel- (Erhaltungsarbeits-) zeit hat er uns begleitet. Die Hoffnung, den Baum durch kurzfristige Hilfsmaßnahmen noch ein paar Jahre zu erhalten, teilten auch die telefonisch in Kenntnis gesetzten Eigentümer und die Naturschutzbehörde. Letztere veranlasste unbürokratisch kurzfristige Maßnahmen und übernimmt die Kosten hierfür, die ich (Anke Proft) als Vertreter der Grünen Liga Osterzgebirge begleitete.

Nach der Trennung des Bruchastes zeigte sich, dass nicht nur der untere Stammbereich stark geschädigt wurde. Auch weiter oben sah man  einen langen vertikal verlaufenden Riss. Die Kronenlast musste schnellstmöglich reduziert werden. Das erfolgte durch Einkürzen der Äste im gesamten Kronenbereich. Leider mussten wir feststellen, dass der Riss sich zunehmend vergrößerte. Man konnte es sogar hören, wenn der Wind am Baum arbeitete. Die Idee, den Stamm mit einem Metallband zu fixieren damit der Riss sich nicht weiter vergrößert, verwarfen wir kurz danach erst einmal. Denn ein Teil des Stammes fiel auf der gesamten Länge einfach ab. Wahrscheinlich sollte man an dieser Stelle akzeptieren, dass auch dieser Baum nicht das ewige Leben hat. Welche Maßnahmen machen Sinn und welche nicht mehr. Das zu prüfen und sich auch noch einmal mit den Eigentümern zu beraten, hielt ich für sinnvoll. UNB und Eigentümer reagierten außerordentlich kurzfristig und  waren sich einig, noch das Mögliche für den Baum zu tun. Ein nochmaliger radikaler Kronenschnitt und ein festes Metallband um den Stamm sollen helfen.  Außerdem befinden sich Austriebe am und um den Baum, die gesichert werden sollen. Der Standort ist abgesperrt.

Informationen zur Geschichte des Cunnersdorfer Naturdenkmals kann man im Artikel der Sächsischen Zeitung vom 21. August 2020 nachlesen und auf der  HOMEPAGE www.wildapfel.infoDort steht auch, dass wir bereits vor einigen Jahren ganz in der Nähe auf der Kalkhöhe, einen Kleinen Cunnersdorfer gepflanzt haben. Einerseits zum Gedenken an den Wild-Apfel Experten Dr. Rolf Büttner, der sich wohl am intensivsten um den Alten bemüht hat, aber auch im Hinblick auf den Zustand des berühmten Cunnersdorfer Baumes.  In unserer Wildobstausstellung „Gebirgseberesche, Wacholder und Co, die Geheimnisse der Wildobstarten in Sachsen“ widmeten wir  ihm ein eigenes Banner. Dieter Papsch hat ihn künstlerisch in Szene gesetzt und er wurde 2013 im Kalender zum Baum des Jahres verewigt.

Malus sylvestris,

die besondere Baumart unserer Kulturlandschaft Osterzgebirge wird seit kurzem  völlig neu auf einer Homepage der Grünen Liga Osterzgebirge präsentiert. Dafür gesorgt haben Tim Natzschka als Hauptauftragnehmer und Webdesignerin Nadja Hecker, zudem Nils Kochan und wir (Anke Proft und Simone Heinz) Zugegeben, es hat seine Zeit gebraucht unser beider Ansprüche an eine Website auf einen Nenner zu bringen.  Und ganz fertig ist die Homepage auch noch nicht. Aber das ist eine Homepage ja nie. Doch wie man sieht, ist www.wildapfel.info  gut gelungen. Am besten man stöbert einfach mal im Hauptprojekt der Grünen Liga OEG, in vergangenen Projekten und in so vielem Wichtigen und Interessanten rund um die besondere Baumart Wild-Apfel. So findet man auch die Informationen zum Cunnersdorfer Alten. Hinweise, Verbesserungsvorschläge und natürlich auch Kritik zu dieser Homepage nehmen wir entgegen.

Anke Proft u. Simone Heinz
Grüne Liga Osterzgebirge e.V.

Die Homepage wurde gefördert durch: