von Dr. Volker Beer, Sayda:
Mit schmuddeligem Tauwetter und Böhmischem Wind im Osterzgebirge und dem Elbtal startete der Dezember. Der Schnee schmolz dahin. Nur in den Kammlagen vom Osterzgebirge hielt sich bei jagendem Nebel im Sturm ein Restchen vom Frost, und so überzogen sich die Bäume mit Raufrost. Doch am 6. und 7. Dezember räumten kräftige warme Winde auch die Kaltluftseen im böhmischen Becken aus.
Am 8. Dezember schnellten die Temperaturen in Dresden auf 16 °C, in Dipps auf 14 °C und in Deutschneudorf-Brüderwiese waren es 12 °C. Selbst auf dem Fichtelberg wurden 7 °C erreicht. Damit schmolz der teure Kunstschnee nicht nur in Altenberg, ja auch auf dem Fichtelberg gings der weißen Kunstschneeunterlage an den Kragen und die Liftanlagen mussten wieder schließen. Hoher Luftdruck von den Azoren über die Alpen bis zum Balkan und Tiefer Druck vom Nordwestatlantik über Großbritannien bis zur Kola-Halbinsel und wir genau dazwischen, in strammer SW-Höhenströmung, leicht hochdruckgeprägt. Somit lief die atlantische Warmwasserheizung Mitteleuropas auf Hochtouren und das milde, nicht unfreundliche Wetter dominierte fast den ganzen Monat. Ja, fast überall, nur die oberen Berglagen und Kammlagen des Osterzgebirges machten wieder mal, zusammen mit Elbsandsteingebirge und Zittauer Gebirge, ihr eigenes Wetter. Denn da orgelte der Böhmische Wind, brachte den Kammlagen des Osterzgebirges Nebel und Frost und schuf eine bizarre Winterlandschaft aus Raufrost. Sächsisch Sibirien in Reinkultur.
Pünktlich zum Winteranfang schnellten bei strahlender Sonne die Temperaturen nochmals nach oben, so in Aue auf 12 °C, in Chemnitz und Dipps auf je 10,8 °C. In Altenberg schmolzen die Kunstschneereste in der warmen Sonne dahin.
Doch dann stellte sich das Wetter um, Hochdruck über Fennoskandien, Tiefdruck von der Biskaya bis in die Westsahara und über Mitteleuropa wehte nun der Ostwind. Zwischen Lausitz und Vogtland orgelte gar der Oststurm, jagte den Nebel über die Bergkämme und deren Raufrost schuf eine Winterlandschaft. Hochnebel und Dauerfrost in den Berglagen, über die Feiertage Dauerfrost mit Sonne bis ins Flachland, doch Schnee gabs nur im Erzgebirge in homöopathischen Dosen. In den Berglagen zwischen Fichtelberg und Kahleberg ging das Jahr frostig mit Nebel, Wolken, ein paar einsamen Sonnenstrahlen und einem handfesten Schneesturm, der dem Fichtelberg 21,7 l/m², Dorfchemnitz und Sayda je 15 l/m² und Zinnwald-Georgenfeld immerhin noch 9,9 l/m² brachte, zu Ende. Das entspricht so etwa 15 bis 25 cm Neuschnee. Damit fiel dort an Silvester mehr Niederschlag als im gesamten übrigen Dezember. Bis einschließlich 30. Dezember fielen in Sayda lediglich 6 mickrige Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Im Tiefland und den Städten endete das Jahr mit Schmuddelwetter mit etwas Nieselregen und überfrierender Nässe bei Temperaturen mal über und mal knapp unter null Grad.
Der Link zum nur knapp dreiminütigen Filmclip: https://youtu.be/UTYzN-66x1Y Der Film zeigt Impressionen zwischen Sayda und der Loučna mit Blick über den Ohregraben nebst Chempark Zaluži.
Allen Lesern wünsche ich ein friedvolles, erlebnisreiches 2026!
Den ausführlichen Wetterrückblick gibt es hier.
Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es hier: osterzgebirge.org/wetter-und-klima