Natur im Osterzgebirge

„Freiwilliges Arbeiten“ bei der Grünen Liga

Ungefähr ein Jahr ist es her, dass ich an einem Abend des Heulagers auf der gemähten Müllerwiese stehend, den Blick zum Wald hinauf, durch’s Telefon sprach: „Ich würde so gern hierbleiben und weitermachen! Bei dieser Arbeit und an diesem Ort brauche ich nicht mehr als das, was ist.“ Aber ich musste mein Zelt nach zwei Übernachtungen wieder zusammenfalten. Die folgenden Kursinhalte der Geprüften Natur- und Landschaftspfleger*innen, in deren Rahmen ich die Grüne Liga überhaupt erst kennenlernte, fanden anderswo statt und diverse Pflichten riefen mich wieder in mein damaliges Zuhause in Leipzig. Ich weiß nicht mehr, wie laut ich meinen Wunsch ausgesprochen hatte – es scheint jedenfalls, als habe die Müllerwiese ihn weitergetragen mit einer Kraft, die dem Prinzip gleicht: „Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es hinaus.“

Ein Jahr später nun darf ich im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes bei der Grünen Liga mitarbeiten. Als ursprüngliche Sozial- und Naturpädagogin, mit der jüngst abgeschlossenen obigen Fortbildung im Rucksack und noch immer lebendigen Erinnerungen ans Heulager 2019 fragte ich zunächst an, ob ich den Verein als Freiberuflerin in den Bereichen Naturschutz, Umweltbildung und Landschaftspflege unterstützen könne. Der sympathischen Antwort von Frank Lochschmidt mit wertvollen Tipps folgte zwei Monate darauf seine einladende Idee des BFDs, entstanden durch das mögliche Fehlen vieler helfender Hände zum diesjährigen Heulager angesichts der nur bedingt vorhersehbaren „Corona-Bestimmungen“. Stattgefunden hat es nun doch – und ich kann resümieren, dass ich meinen ersten Eindruck nicht durch blumige Idealbilder getrübt habe. Hinter mir liegen beglückende, inspirierende, lehrreiche, gesellige und zufrieden müde machende sechszehn Tage auf erzgebirgischen Wiesen und dazwischen. Und ich freue mich sehr auf jene, die ihnen noch folgen! Diesmal darf ich: hierbleiben und weitermachen.

Aniko Häder