Natur im Osterzgebirge

Klima, Böden, Wasser

Klima, Böden, Gewässer, Grundwasser, Landschaft

 

  • (S. 36 UVS) Neue Straße bedeutet 2,4 ha Neuversiegelung – ist das Hochwasserschutz?
  • (S. 36 UVS) „Die Anlieferung von Asphaltbeton für die Innendichtung des Dammes und die Lieferung der Stahlteile erfolgt über die Müglitz- und die Bielatalstraße.“ – Lkw-Transporte über die Bielatalstraße sind zwischen Hirschsprung und ehem. Ferienlager nicht zugelassen und müssen aus Naturschutzgründen (NSG Weicholdswald!) unbedingt unterbleiben.
  • Keine Erwähnung finden die Schäden an Pflanzen und Tieren, die durch die erheblich höhere Streusalzbelastung (Vervielfachung der Straßenfläche) ausgehen werden.
  • (S. 45 UVS) Aussagen zu den erwartbaren Auswirkungen der Überflutungen bleiben sehr vage. Dies gilt insbesondere für den vorgesehenen Probestau, der bis zu 10 Tage dauern kann (bei Nichterreichung des Stauziels soll dann der Versuch abgebrochen werden. Wie oft der Versuch in einem Winter nacheinander wiederholt werden kann, dazu macht die Planung keine Vorgaben). Wurden beim Probestau in Lauenstein entsprechende Begleituntersuchungen durchgeführt? Wenn nein, warum nicht? Grobe Unterlassungssünde!
  • (S. 26 FFH) Bei 10 Tagen Überstauung ist mit ziemlicher Sicherheit von „erheblichen“ (im Sinne der FFH-Richtlinie) negativen Auswirkungen auszugehen – Sauerstoffmangel in der Vegetation, Schadstoffbelastung der Böden ausgehend von der Kleinen Biela, Entwicklungsimpuls für Neophyten, insbesondere Drüsiges Springkraut und Staudenknöteriche (letztere nicht einfach durch frühe Mahd in den Griff zu bekommen, wie die Planer an anderer Stelle suggerieren!)
  • Wenn das Stauziel beim Probestau nicht innerhalb von 10 Tagen erreicht wird, muß der Probestau wiederholt werden – wie oft soll das passieren??? (Summation der Belastungen!) – Abflußmengen, die die Erreichung des Stauzieles erwarten lassen, gibt es in den Bielas im Winterhalbjahr sehr, sehr selten!
  • (S. 54 UVS) Um ein erneutes Brechen des Dammes des ehemaligen Fischteiches  (Flächennaturdenkmal) zu verhindern, der bei Vollstau des HRB von unten überflutet wird, wird eine „entsprechende Bauwerksertüchtigung“ erwähnt. Wie soll diese aussehen? Gibt es dazu verbindliche Planungen, die den damit verbundenen (erneuten) Eingriff in das FND bilanzieren? Es fehlen klare Aussagen zum Wann und Wie der Maßnahme.
  • (S. 58 UVS) Auswirkung der Überstauung auf Böden: Hier gibt es kaum Aussagen zu den zu erwartenden Auswirkungen auf Bodenorganismen. Welche Organismengruppen spielen im Gebiet eine besondere Rolle, wie werden sie durch den Überstau betroffen sein, welche Konsequenzen wird die auf die Bodenfruchtbarkeit und damit das Pflanzenwachstum haben (z.B. bedeutet Schädigung von Mykorrhizapilzen auch Habitatverschlechterung für Orchideen und andere Pflanzen, auch Bäume!). Nicht berücksichtigt ist außerdem die Gefahr von Hangrutschungen infolge länger andauernder Durchnässung.
  • (S. 55 UVS) Schadstoffbelastung des eingestauten Wassers: Kleine Biela ist durch Bergbauhinterlassenschaften (insbesondere Schwermetalle aus der Spülkippe sowie in den 1990er Jahren nicht fachgerecht entsorgte Schadstoffe im Steinbruch Kesselshöhe) hochgradig belastet. Im Einstaufall werden diese Schadstoffe in der Landschaft verteilt und belasten Böden, Vegetation, Nahrungsketten. Laut UVS sei eine „Quantifizierung“ nicht möglich. Es wird allerdings nicht einmal der Versuch einer halb-quantitativen Abschätzung unternommen und das Problem einfach einer nachfolgenden „Beweissicherung“ überlassen. Dies ist in höchstem Maße unverantwortlich und entspricht nicht den Mindest-Anforderungen an eine Umweltverträglichkeitsstudie!!! (Was passiert, wenn das „Monitoring“ ergibt, daß das Problem größer ist als es im Vorfeld heruntergespielt wurde? Wird dann der Damm wieder abgerissen?)
  • (S. 61 UVS) Ebenso unverantwortlich „… wird davon ausgegangen, daß durch den Anstiegdes Grundwassers keine Schadstoffe in das Grundwasser gelangen werden.“ Betroffen dürfte sogar die Hausbrunnen einiger Anwohner sein.
  • (S. 58 UVS) „… mit zunehmender Überflutungshäufigkeit wird der Boden basischer und kalkreicher …“ – bei dem sauren Charakter unserer Gewässer wird wohl eher das Gegenteil eintreten (die Planer gehen wahrscheinlich von ihren Erfahrungen aus dem Thüringer Becken aus?)
  • (S. 62 UVS + S. 35 Fauna) Anders als in der UVS und im Sondergutachten Fauna dargestellt, wird die Grundwasserverschmutzung durch die Straße (Tausalze, Reifenabrieb, Unfälle!) größer als bei der bestehenden Talstraße sein, da die neue Strecke länger, breiter, kurvenreicher und exponierter (viel mehr Tausalz!) gebaut werden soll, und da mit Sicherheit neuer Verkehr induziert wird („wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“ – siehe Lauenstein)
  • (S. 64 UVS) „Durch die Überbauung mit dem Absperrdamm verändert sich weder die biologische, noch die chemische oder die physikalisch-chemische Qualität des Gewässers.“ Glauben die Planer diesen Unfug etwa selber?
  • (S. 33/34 Fauna) Kleine Biela ist nicht besonders sauer (eher im Gegenteil), sondern vor allem durch ein bis zwei Mal pro Jahr auftretende, jeweils zwei bis drei Tage andauernde, extreme Kalkeinschlämmungen geprägt. Quelle dafür sind Ablagerungen im Zinnerz-Entwässerungsstolln, die bei den jährlichen Kontrollbefahrungen aufgewirbelt werden. Solchen plötzlichen pH-Wert-Änderungen sind wahrscheinlich nur wenige Gewässerorganismen gewachsen. Nach der derzeit erfolgenden Sanierung des Stolln dürfte dieses Problem nur noch in geringem Umfang auftreten. (Darüber hätten sich die ortsunkundigen Planer bei der Bergsicherung erkundigen können, Anwohner hätten ihnen gern entsprechende Hinweise gegeben)
  • (S. 11 Flederm) klimatische Bedingungen: Geisinger Klimawerte nicht mit denen des Bielatales gleichzusetzen! Geising ca. 600 m Höhenlage und oft den kalten Fallwinden des „Böhmischen Nebels“ ausgesetzt, das Bielatal ca. 450 m üNN und geschütztes Mesoklima

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