Natur im Osterzgebirge

Lithium: Chance oder Bedrohung?

PRESSEMITTEILUNG CINVALD zs.:

Bürger und Politiker in Krupka diskutierten über Lithium: Im Vordergrund standen die Sorgen um Landschaft, Wasser und Lebensqualität.

Die Teilnehmer der Debatte kritisierten den Informationsmangel seitens der Bergbauunternehmen und wiesen auf die ökologischen und sozialen Risiken der Bergbaupläne hin.

Eine öffentliche Debatte mit dem Titel „Lithium: Chance oder Bedrohung?“ fand am Dienstag, den 31.3.26, im vollbesetzten Olympia-Gemeindezentrum in Krupka statt . Die Veranstaltung, organisiert vom Verein CINVALD zs in Zusammenarbeit mit dem Verein Zdraví pro Krupka zs, zog rund einhundert Einwohner, Vertreter der lokalen Regierungen und hochrangige Politiker an.

Hauptthema waren die Pläne für den Tiefbau in Cínovec und Zinnwald. Die Veranstaltung wurde von Miloslava Bačová vom Verein „Gesundheit für Krupka“ eröffnet. „Ich freue mich sehr, dass wir Raum für eine Debatte bieten konnten, an der unerwartet viele Menschen Interesse zeigen“, sagte Miloslava Bačová. „Es freut mich, dass es Ihnen nicht egal ist, wo nicht nur Sie selbst, sondern auch Ihre Kinder und Enkelkinder leben werden. Ich bin der Meinung, dass unsere Region keine Transformation in Form weiterer Zerstörung von Natur und Landschaft verdient“, fügte sie hinzu und unterstrich damit die Atmosphäre im Saal und ihre eigene Position.

In der Eröffnungssitzung stellten Kamila Vítek Derynková (Verein CINVALD) und der deutsche Gast Jens Weber (Grüne Liga Osterzgebirge) den aktuellen Stand der Projekte auf tschechischer und deutscher Seite vor und hoben dabei insbesondere Umweltrisiken, Risiken für die öffentliche Gesundheit und Auswirkungen auf die Lebensqualität in der Region hervor.

Politiker sind sich einig: Es mangelt an Transparenz, an der Einhaltung von Versprechen und an Information.

In der anschließenden Diskussionsrunde kamen regionale und nationale Politiker zu Wort und präsentierten unterschiedliche Perspektiven auf das Lithiumabbauprojekt. Die Bürgermeister Jiří Kašpar und Stanislav Molnár nahmen die Einladung im Namen der potenziell am stärksten betroffenen Gemeinden Dubí und Újezdeček an, der stellvertretende Bürgermeister Adam Souček im Namen von Teplice. Ergänzend zum regionalen und nationalen Kontext trugen der Bürgermeister von České Kamenice, der Regionalabgeordnete und Parlamentsmitglied Jan Papajanovský sowie der Gymnasiallehrer und ehemalige Regierungsvertreter Jiří Řehák zur Diskussion bei.

Während Vertreter der lokalen Regierungen die spezifischen Risiken und Auswirkungen des Bergbaus für ihre Stadt und Gemeinde betonten, konzentrierten sich andere Gäste auch auf den breiteren Kontext der Region Teplice, der Region Ústí nad Labem und des weiteren Umfelds. Immer wieder wurden das Fehlen zeitnaher, klarer und vollständiger Informationen, das Nichterfüllen von Versprechen durch Bergbauunternehmen und die mangelnde Kommunikation mit den lokalen Regierungen und der von dem Bergbauprojekt betroffenen Bevölkerung betont. Ein weiterer häufig genannter Punkt war die Notwendigkeit einer umfassenden Bewertung der ökologischen und sozialen Auswirkungen als Voraussetzung für Entscheidungen über ein Bergbauprojekt sowie die Notwendigkeit, hohe Standards des Umweltschutzes, den Erhalt der Natur des Erzgebirges und die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung zu gewährleisten.

Die Öffentlichkeit ist sich einig: Wir wollen Informationen und Garantien.

Höhepunkt des Abends war eine öffentliche Debatte, in der die Anwesenden ihre Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen des Bergbaus und des Transports des geförderten Materials durch Dubí und Újezdeček auf die Landschaft, Erdrutsche und Geländeverformungen, Lärm, Staub und die mögliche Verknappung der Wasserressourcen äußerten. Da die Debatte für die Öffentlichkeit zugänglich war, nutzten auch Vertreter der Bergbauunternehmen Geomet und ČEZ die Gelegenheit zum direkten Austausch.

„Obwohl unsere Position zum Bergbauprojekt klar ist, da wir es als großes Risiko für Natur, Landschaft und die Gesundheit der Bevölkerung einstufen, war es das Ziel dieser Veranstaltung, einen umfassenden Überblick aus verschiedenen Perspektiven zu bieten und Raum für Fragen der Öffentlichkeit zu schaffen“, erklärte Mitorganisatorin Kamila Vítek Derynková. Sie betonte außerdem, dass das Projekt nun in die entscheidende Phase der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eintritt. „In diesem Prozess hat jeder Bürger die Möglichkeit, seine Meinung offiziell zu äußern. Ich halte es für unerlässlich, dass die Menschen diese Möglichkeit nutzen, wenn sie Bedenken gegen die aktuelle Form des Projekts haben“, fügte die Vorsitzende des Vereins CINVALD hinzu. Abschließend erwähnten die Vertreter der Vereine die öffentliche Spendenaktion für Rechtshilfe und erklärten, dass sie das Projekt weiterhin genau beobachten und die Öffentlichkeit informieren werden.

Kontakt: Verein CINVALD zs, Kamila Vítek Derynková, E-Mail: info@cinvald.cz

Crowdfunding für die kommenden juristischen Auseinandersetzungen

Die tschechische Bürgerinitiative CINVALD zs wird spezialisierte Umweltanwälte in Anspruch nehmen müssen, um die drohenden großindustriellen Bergbauzerstörungen auf dem Rechtsweg stoppen zu können. Dies ist nur möglich, wenn sich möglichst viele Menschen in die Kosten teilen. 

https://donio.cz/cinvald-proti-tezbe-lithia

Foto: Vendula Laštovková

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