Natur im Osterzgebirge

Wetterrückblick Juli 2025

Von Dr. Volker Beer, Sayda:

Gleich zu Monatsbeginn gelangte ein Schwall trockener und heißer Subtropenluft in unsere Region. Bei postkartenblauem Himmel schnellten die Tagestemperaturen auf die (bisher) höchsten Werte des Sommers, in Leipzigs Innenstadt wurde die 40 °C Marke gerissen und selbst in Marienberg – Kühnhaide und Deutschneudorf – Brüderwiesen steigen die Tagestemperaturen über die 30 °C Marke. Ja der Bilderbuchbadeurlaubshochsommer 2025 fiel auf die ersten beiden Tage des Julis. Dann drängelte sich eine Kaltfront zwischen die Hochdruckkerne und es folgte ein sommerlicher Wolken Sonne Mix mit flauen Schauern und saft- und kraftlosen Gewittern.
Trotz wiederholter Regenfälle blieben die Niederschlagsmengen äußerst gering. So trockneten die Böden hiesiger Mittelgebirge weiter aus und auch in den Kammlagen begann nun die Bodenvegetation zu welken. Gegen Ende der ersten Dekade bildete sich bei Fennoskandien ein Höhentief, welches über Osteuropa in südlicher Richtung schwabbelte, dabei auf seiner Ostflanke trockene und heiße Luft über Westsibirien bis ins nördliche Fennoskandien beförderte und Teilen Osteuropas ergiebigen Regen bescherte. Dann schlingerte es gen Rügen und trullerte über dem Fläming aus. Von der Kieler Bucht über die Lausitz bis zum Bayerischen Wald brachte es kühle, feuchte Luft, das östliche Mitteleuropa wurde zum Kältepol des Kontinents, aber immerhin fielen von der Ostseeküste bis zur Oberlausitz um 30 l/m², in der Mark Brandenburg auch über 50 l/m² an Regen. Für das Erzgebirge blieb nur eine aufliegende Wolkendecke mit Nieselregen. Es fielen teilweise weniger als 10 l/m² an Regen. Diese Witterungsepisode präsentierte sich gefühlt schon spätherbstlich.
Während der zweiten und dritten Dekade dümpelte ein Trog über Mitteleuropa so vor sich hin. Zum Ende der zweiten Dekade schnellten die Temperaturen für zwei Tage auf hochsommerliche Werte. Doch schon am 21. Juni brachte ein kleines Tief über dem Oderhaff von der Insel Rügen bis ins Erzgebirge sehr ergiebige Regenfälle und eine deutliche Abkühlung. Während der dritten Dekade setzte sich das verregnete, nur mäßig warmes Wetter unvermindert fort.

Von Westeuropa bis zur Iberischen Halbinsel sowie in Südosteuropa, Kleinasien und Teilen Fennoskandiens gestaltete sich die Witterung trocken und heiß. Weite Teile NW- und Mitteleuropas, Osteuropas und der ganze Alpenraum wurden von ungeheuren Regenmassen regelrecht geschwemmt. Der Link zum Wetterfilm: https://youtu.be/FVE2LmCagos. Der etwa vier minütige Film präsentiert neben den Witterungs-Geschehen unterschiedlichste Impressionen der beiden Hochsommertage, so vom Wassereimer tragen über Alltags- und Gartenarbeit bis hin zu Einblicken in das völlig ausgedörrte Böhmen sowie Landschaftsaufnahmen zwischen Zethau, Kahleberg und Jerabina.
Und noch eine Bemerkung: Schaut Euch doch die beiden Satellitenbilder vom Höhentief auf Seite 18 im Wetterrückblick genauer an. Das Höhentief hat bei der Danziger Bucht ein Auge, wie ein Tropensturm, ist aber keiner 😊

Den ausführlichen Wetterrückblick gibt es hier.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es hier: osterzgebirge.org/wetter-und-klima

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