Schon wieder muss ein Nachruf ins Grüne Blätt’l und in diesem Fall wirklich viel zu früh:
Im Februar ist Eckehard Wilhelm verstorben. Die Nachricht kam völlig unerwartet.

Dr. Eckehard-Gunter Wilhelm engagierte sich vor allem beim Landesverein Sächsischer Heimatschutz. Aber auch für die Grüne Liga Osterzgebirge war er seit langem ein wichtiger Partner.
Nach seiner Tätigkeit in der Arzneipflanzenforschung zu DDR-Zeiten begann er Anfang der 1990er Jahre als Bearbeiter beim Landesverein Sächsischer Heimatschutz für Stellungnahmen zu den damals überwältigend vielen Bauplänen im Raum Dresden. Dabei lernten wir uns kennen (ich hatte die gleiche Aufgabe beim NABU, und Britta bei der Grünen Liga – so trafen wir uns regelmäßig, um unsere Stellungnahmen abzustimmen). Später war Eckehard Mitarbeiter bei Prof. Peter Schmidt am Lehrstuhl für Landeskultur und Naturschutz in Dresden. Exkursionen mit ihm und seinen Studenten waren eine wichtige Quelle für das Schellerhauer Naturschutzpraktikum, das 1996 zum ersten Mal stattfand.
Zu den vielen Projekten, an denen er in seiner Tharandter Zeit mitwirkte, gehörte nach dem Hochwasser 2002 die DBU-geförderte Verbundmaßnahme „Waldbehandlung, Waldmehrung und Auengestaltung … im Osterzgebirge.“ Die dicke, maßgeblich aus seiner Feder stammende Projektabschlussbroschüre nehme ich auch heute noch oft zur Hand.
Von 2018 bis 2021 dann arbeitete Eckehard bei der Grünen Liga Osterzgebirge als Koordinator der Natura-2000-Gebietsbetreuung, die wir damals in die Verantwortung unseres Vereins übernommen hatten. Seit dieser Zeit stellte „Ecki“ auch allmonatlich die Termine für das Grüne Blätt’l zusammen, ausgesprochen zuverlässig und mit erheblichem Freizeitaufwand. Keiner hätte geahnt, dass die Terminseite im Februarblätt’l seine letzte sein würde!
Als Kollege war er ruhig und zurückhaltend, sehr bescheiden, besonnen und ehrlich – als Mensch einfach liebenswert. Privat hatte er mehrere heftige Schicksalsschläge zu verkraften, die viele andere von uns völlig aus der Bahn geworfen hätten. Eckehard ließ sich kaum etwas anmerken. (Und wir – die allermeisten von uns – sind wahrscheinlich auch viel zu sehr in unseren immer schneller rotierenden grünen Hamsterrädern gefangen, um fremde Schicksalsschläge wirklich wahrzunehmen.)
Im kommenden April hätte Eckehard-Gunter Wilhelm seinen 70. Geburtstag gefeiert. Dass er jetzt schon von uns geht, hatte keiner geahnt. Wohlüberlegte, sorgsam abwägende Mitmenschen wie Ecki fehlen im schrillen, hektischen Heute mehr denn je.
Jens Weber
(2017 erschien einer der wenigen Zeitungsartikel über Eckehard, sehr treffend und wohlwollend geschrieben: https://www.saechsische.de/sachsen/herr-wilhelm-und-der-maerzenbecher-TKPCFPKS5AUADOBG5AQRTA3SFU.html)