Natur im Osterzgebirge

Die Natura 2000 Gebietsbetreuung im Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge – ein Projekt auf Schutzgebietsflächen von europäischem Rang

Ziel des Projektes war und ist es, mit Hilfe eines zuvor erprobten und abgestimmten methodischen Vorgehens den Zustand wertbestimmender Arten und Lebensraumtypen in Natura 2000 Gebieten des Landkreises Sächsische Schweiz Osterzgebirge im Ergebnis ehrenamtlicher Gebietsbetreuung zu dokumentieren, dringende bzw. akute Handlungsbedarfe aufzuzeigen sowie die Ziele des Natura 2000 Prozesses zu propagieren. Die Grüne Liga Osterzgebirge e. V. verfügt sowohl mit ihrer ganzheitlichen Sicht und auch ihrem regionalen Bezug auf unsere Kulturlandschaft die notwendige Voraussetzung für die Bewältigung eines so komplexen Projektes, das sich mit Fragen des Erhalts von Arten, Populationen und Lebensraumtypen von europäischen Rang, wenn man so will „vor Ort“ beschäftigt. Das Projekt nähert sich dem Ende. Die dritte Kartier-Saison wurde abgeschlossen. An der Auswertung wird auf Hochtouren gearbeitet.

Foto Wilhelm: Über Monate trockengefallener Teich in Sobrigau (LRT Eutrophes Stillgewässer)

Etwa 20 Natura 2000 Gebiete wurden in den Dokumentations- und Gutachterlichen Prozess einbezogen. Die Gebiete reichten von den Weißeritztälern im Südwesten bis zum Valtenberg – Hohwaldgebiet im Nordosten des Landkreises. In jeder Saison wurden ca. 1.400 Lebensraumtypen (LRT) durch die ehrenamtlichen Gebietsbetreuer ein bis zwei Mal pro Saison aufgesucht, der Zustand der LRT und der wertgebenden Arten in Steckbriefen dokumentiert und – inzwischen – mehrere Tausend (!) Artinformationen in die Multibase Artdatenbank des LfULG eingegeben. Dahinter steckt enormer Fleiß der Gebietsbetreuer. Durch die Arbeit der Gebietsbetreuer wurden auch die (kurzfristigen) Auswirkungen der bisher drei wärmsten und trockensten Jahre aufgezeigt, so die Schäden durch Wildschweine und Kleinsäuger in bislang unbekanntem Ausmaß. Weitere Gefährdungen wurden dokumentiert, Behörden informiert und – wo möglich – deren Beseitigung initiiert. Stichworte seien hier die Vermüllung einiger Flächen, die Überbauung von LRT, Bewirtschaftungsdefizite etc. Auf der anderen Seite förderte die Arbeit zahlreiche Naturschätze ungeahnten Wertes zu Tage.  Ein Beispiel befindet sich im Beitrag zu den unteren Weißeritztälern.

All dies wäre nicht möglich gewesen ohne die engagierte Arbeit der ehrenamtlichen Gebietsbetreuer. Alle eint die Liebe zur Natur. In meinem Kalender steht im Dezember 2020 „In einem guten Wort steckt Wärme für drei Winter“. Und es gab viele gute Worte bei der gemeinsamen Arbeit. Herzliche Dank!!

Eckehard-G. Wilhelm und Frank Lochschmidt