2026: Umfang 4,60 m / Höhe 24 m (2004: 4,39 m / 29 m; 2021: 4,45 m / 17 m)
auf dem Vorplatz des Seniorenheims Rabenau; laut Infoschild 1750 gepflanzt, bis 2013 als Naturdenkmal geschützt, danach wurde der Schutzstatus von der Naturschutzbehörde aberkannt
Zustand 2026:
in ca. 5 m Höhe in vier Hauptstämme geteilt, aufstrebend und kräftig nach oben wachsend; schmalkronig durch Schnitt und einengende Gebäude; Hauptstämme in ca. 15 m Höhe vor mehr als zehn Jahren gekappt (im Zuge der Umbaumaßnahmen des Gebäudekomplexes), intensive Neuaustriebe; Kronensicherung; Stamm hinten hohl
Beschreibung bei baumdenkmale.org:
Westlich des Marktplatzes Rabenau öffnet sich die Häuserfront und gibt den Blick auf eine Linde mit hohlem Stamm und einer tief ansetzenden kompakten Krone frei, die den Hof hinter den Häusern auszufüllen scheint. Gemäß dem alten Naturdenkmal-Schild wurde dieser Baum 1750 zur Begründung des Amtshofes gepflanzt.
Es braucht nicht viel Fantasie sich vorzustellen, dass sich hier unweit von Kirche und Marktplatz – gleichsam auch an der Schnittstelle geistlicher und weltlicher Macht – schon seit langer Zeit ein wichtiger Versammlungsort befand. Vielleicht stand hier auch schon ein Vorgängerbaum. Die heutige Linde könnte als Jungbaum im nahegelegenen Rabenauer Grund ausgegraben worden sein, wo Sommer- und Winter-Linde wild vorkommen.
Alte Ortsansichten von Rabenau (z.B. eine Aufnahme von vor 1933, [1]) zeigen die früheren gigantischen Ausmaße des markanten Baumes, der die umstehenden Gebäude deutlich überragte. Als der alte Amtshof 2013 einem Neubau weichen musste, war auch der Baum in Gefahr, dem zugleich der Naturdenkmalstatus aberkannt worden war [2]. Auch durch andauernde Proteste, insbesondere auch des Rabenauer Heimatvereins, konnte er bewahrt werden. Ein bemerkenswerter Erfolg – bis heute.
Kräftige, insgesamt fachgerechte Rückschnitte (schon um 1990; [3]) zusammen mit einer Kronensicherung dürften seine Stabilität deutlich erhöht haben. Und die enorme Zahl neuer, üppig beblätterter Austriebe belegt die nach wie vor hohe Vitalität der Linde. Im Schutz der umstehenden Gebäude mag sie daher noch eine längere Zeit erhalten bleiben – auch zur Freude der Bewohner*innen und Beschäftigten des Senioren-Domizils. Duftende Blüten, die gern von Bienen und Hummeln besucht werden, wie auch die regelmäßig in älteren Spechthöhlen brütenden Kleiber erhöhen das Naturerlebnis.
Quellen:
[1] https://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0354000/df_hauptkatalog_0354398.jpg – letzter Zugriff: 29.07.2022 [Aufnahme vor 1933]
[2] Grünes Blätt’l 11/2013. Grüne Liga Osterzgebirge, Dippoldiswalde. – Link: https://osterzgebirge.org/wp-content/uploads/2018/11/2013_11-gruenes-blaettl.pdf – letzter Aufruf: 14.10.2022
[3] Schröder, R. 2007. Winterlinde Rabenau am Markt. Aufnahme 03.02.2007. – Karteikartensammlung zu besonderen Bäumen im Umkreis von Dresden, Privatarchiv (unveröffentlicht).
Darstellung in der Broschüre “Baum-Naturdenkmale in der Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge” (StUFA 2004):
ND-Nr.: wrk103
Lage: in Rabenau auf dem Amtshof gegenüber dem Markt
Gemarkung/Flurstück: Rabenau 3/1
Unterschutzstellung: Beschluss des Rates des Kreises Freital 17.10.1988
Beschreibung: gut ausgebildete, gesunde und gleichmäßig gewachsene Winterlinde
Stammumfang: 4,39 m
Kronendurchmesser: 20 m
Höhe: 29 m
Alter: 270 Jahre
