Wald-Kiefer – Pinus sylvestris
2026: Umfang 3,10 m / Höhe 29 m (2004: 2,97 m / 27 m)
15 m astfreier Stamm;
Zustand 2026: Stamm mehrere Grad nach Osten geneigt, „Knickstelle“ mit Wulst am Stammfuß, -> beobachten, ob Neigungswinkel zunimmt!
zunehmende Kronenkonkurrenz durch Rot-Eiche im Südosten (andere Seite des Weges) und Buche im Nordosten; im Umfeld aufwachsende Jungbuchen und gepflanzte Tannengruppe noch kein Konkurrenzproblem;
Infotafel, wonach die Kiefer „ca. 1648“ gepflanzt worden sei; an von oben verrottendem (aber noch festem), einbetonierten Pfahl, darunter jetzt kleines ND-Schild angebracht
Beschreibung bei baumdenkmale.org (2021):
Am Waldrand westlich des Kurortes Hartha, am Eingang des Harthaer Flügels steht diese stattliche Kiefer mit einer breiten, schirmförmigen Krone. Durch den schlanken geraden Wuchs wirkt der kaum 30 m hohe Baum sehr viel größer. Soweit bekannt ist diese Wald-Kiefer die mit Abstand älteste in Sachsen, und eine der dicksten [1]. Mittlerweile ist sie von Laubbäumen umstellt.
Diese Kiefer wurde wahrscheinlich schon 1648 gepflanzt. Als ein so genannter Überhälter diente sie als Samenbaum um die Kiefern-Verjüngung auf der abgeernteten (kahlgeschlagenen) Fläche sicherzustellen [5].
Ursprünglich war der Tharandter Wald ein von Laubbäumen beherrschtes Gebiet. Die langzeitigen Verwüstungen durch Übernutzung und die späteren planmäßigen Aufforstungen des 19. Jahrhunderts haben das völlig geändert [3]. Wald-Kiefern und Fichten, die hier sonst auf kleinflächige Sonderstandorte beschränkt wären, nehmen daher bis heute große Flächen ein. Die mächtige Kiefer ist also nicht nur der älteste Baum des Tharandter Waldes (von den Siedlungen abgesehen), sondern auch ein lebender Zeuge der Waldgeschichte.
Die vor über 20 Jahren beschriebenen Stamm-Schäden und Harzfluss [4] waren 2021/2022 kaum feststellbar, sie wurden offenbar vollständig ausgeheilt. In den letzten Jahrzehnten wurden auch keine Hinweise auf Pilze oder andere starke Vitalitätseinschränkungen gefunden [4]. Anscheinend stagniert aber mittlerweile ihr Wachstum: Nach 2,92 m in 1999 [4] und 2,97 m in 2004 [5] maßen Elvi & Peter A. Schmidt in 2010 genau 3 m Umfang [2], was wir auch 2021 feststellen konnten. Im hohen Kronenbereich befindet sich mittlerweile eine Spechthöhle.
Quellen:
[1] https://ddg-web.de/rekordbaeume.html [Filter: Pinus sylvestris] – letzter Zugriff: 04.10.2022
[2] https://ddg-web.de/rekordbaeume.html?VCardId=1092 – letzter Zugriff: 04.10.2022
[3] Grüne Liga Osterzgebirge (Hg.) 2011. Naturführer Ost-Erzgebirge 2. Aufl., Teil 3: Naturkundliche Wanderziele im Ost-Erzgebirge. Dresden: 768 S.
[4] Joos, A. 1999. Ausgewählte dendrochronologische Besonderheiten in und um Tharandt unter besonderer Berücksichtigung der phytopathogenen Pilze. Textbd. + Anh. – Diplomarb. TU Dresden: 208 S.
[5] StUFA Radebeul (Hg.) 2004. Naturschutz regional: Baum-Naturdenkmale in der Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge. – Radebeul: 137 S.
Darstellung in der Broschüre “Baum-Naturdenkmale in der Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge” (StUFA 2004):
ND-Nr.: wrk045
Lage: westlich Hartha, am Waldweg Harthaer Flügel
Gemarkung/Flurstück: Grillenburg 125, 131
Unterschutzstellung: Beschlüsse des Rates des Kreises Freital 23.08.1958 und 17.10.1988
Beschreibung: stattlicher Überhälter im Tharandter Wald, größte Kiefer des Kreises
Stammumfang: 2,97 m
Kronendurchmesser: 17 m
Höhe: 27 m
Alter: 360 Jahre
