2021: Umfang 9,40 m / Höhe 15 m (2004: 8,04 m / 40 m)
eine der dicksten und ältesten Buchen Deutschlands (Rekordhalter in Sachsen), an der Weißeritz nahe Bahnstation Freital-Hainsberg-West;
früher Teil des Naturdenkmals „Vier Bäume im Heilsberger Park in Freital-Coßmannsdorf“ (die anderen Bäume – Hängebuche, Schwarz-Kiefer, Gingko – bekamen im Zuge der ND-Neuausweisung 2024 den Schutzstatus aberkannt); im Heilsberger Park aber auch noch mehrere weitere wertvolle Altbäume
Zustand 2026: Hauptstamm komplett abgestorben und zunehmende Zersetzung; zwei nördliche Seitenäste hingegen noch gut belaubt und in relativ vitalem Zustand; auf dem hinteren Ast baut ein 7-8 m hoher, senkrechter „Sekundärstamm“ auf; vorderer Ast weit ausladend über den Weg (Handlungsbedarf: entweder einkürzen oder abstützen, um Herausbrechen aus dem nur noch wenig belastbaren Hauptstamm zu verhindern!)
im September 2026 ND-Schild aufgestellt
Beschreibung bei baumdenkmale.org (2022):
Am Rande des Heilsberger Parks (Freital-Coßmannsdorf), etwas versteckt hinter Parkbäumen dicht am Ufer der Weißeritz, steht dieser Koloss von einer Buche. Sie ist wohl die dickste Buche Sachsens [1]. Möglicherweise ist sie aber aus der Verwachsung von mehreren Teilstämmen entstanden [3]. Es dürfte sich – bei dem angegebenen Entstehungsjahr 1744 [2] – außerdem um eine der ältesten Buchen Sachsens handeln.
Wie auch bei anderen „eigenwillig“ gewachsenen alten Bäumen schwanken hier die Umfangsmessungen verschiedener Bearbeiter stark: wurden 1999 7,4 m angegeben, waren es 2004 8,04 m [2,3]. Bei einem so fortgeschrittenen Alter sind starke Zuwächse bei Rot-Buchen aber unwahrscheinlich. Unsere eigene Messung (2021) kam sogar auf 9,42 m. Ungenauigkeiten sind hier jeweils möglich – zumal man beim Messen immer aufpassen muss, die steile Uferböschung nicht herunter zu fallen. Eine sichere Betrachtung ist aber auch mit Abstand von der Parkseite oder dem gegenüberliegenden Ufer möglich.
Einst über 40 m hoch mit einer Kronenbreite von ca. 26 m [2], wurde der absterbende Baum inzwischen deutlich herunter gestutzt. Nur die untersten, ausladenden Äste sind noch grün und gut belaubt. Der Verfall schreitet weiter fort – sodass man bei der Bildung neuer Mikrohabitate fast zuschauen kann: Immer wieder neue Höhlen, Fruchtkörper verschiedenster Holz-zersetzender Pilze, neue absterbende Äste und Abbruchstellen. Und auch neue Bewohner, wie Spechthöhlen und Insektenlöcher zeigen. Ihr ökologischer Wert nimmt also zu – das mag die Trauer um ihr absehbares Vergehen vielleicht etwas lindern.
Quellen:
[1] https://ddg-web.de/rekordbaeume.html [Filter: Sachsen, Fagus sylvatica] – letzter Zugriff: 01.12.2022
[2] https://ddg-web.de/rekordbaeume.html?VCardId=592 – letzter Zugriff: 01.12.2022
[3] Joos, A. 1999. Ausgewählte dendrochronologische Besonderheiten in und um Tharandt unter besonderer Berücksichtigung der phytopathogenen Pilze. Textbd. + Anh. – Diplomarb. TU Dresden: 208 S.
Darstellung des ND „Vier Bäume im Heilsberger Park“ in der Broschüre “Baum-Naturdenkmale in der Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge” (StUFA 2004):
ND-Nr.: wrk042
Lage: in Freital-Coßmannsdorf im Park des früheren Gutes Heilsberg zwischen Wilder Weißeritz und Eisenbahnstrecke
Gemarkung/Flurstück: Coßmannsdorf 138, 139/3, 139/10
Unterschutzstellung: Beschlüsse des Rates des Kreises Freital 1958 und 1988
Beschreibung: lanschaftsästhetische Gruppe alter Bäume in einem Gutspark aus dem 18. Jh., bestehend aus Rotbuche (1), Hänge-Buche (2), Schwarzkiefer (3) und Gingko (4)
Stammumfänge: (1) 8,04 m; (2) 3,22 m; (3) 2,97 m; (4) 2,42 m
Kronendurchmesser: (1) 26 m; (2) 17 m; (3) 14 m; (4) 11 m)
Höhen: (1) 40 m; (2) 18 m; (3) 14 m; (4) 11 m
Alter: 250 Jahre (um 1760 gepflanzt)
„In früheren Gutsparkanlagen finden sich häufig dendrologisch wertvolle und alte Baumbestände. Ein schönes Beispiel vermittelt der kleine Heilsberger Park, den die Wilde Weißeritz teilt. Der Park entstand am dortigen Gut, der späteren Engländerei, im 18. Jahrhundert. Als ND steht der wertvolle Teil des Baumgürtels unter Schutz, der die Parkwiese zwischen dem Fluss und der Eisenbahntrasse säumt. Die um 1760 gepflanzte Baumgruppe zeigt schöne Wuchsformen und hat mittlerweile ein beachtliches Alter erreicht. Landschaftsästhetisch wirkungsvoll ist eine prachtvolle Hängebuche, die frei auf der Wiese steht. Die Zweige dieser seltenen Form der Rotbuche reichen bis auf den Boden.
Besonders beeindruckend und hervorzuheben ist die kräftige Rotbuche, die nur unweit entfernt und direkt an der Weißeritz wächst. Ihr Stammumfang von über 8 m wird im Kreisgebiet von keinem anderen Exemplar auch nur annähernd erreicht. Auch ihre Höhe von 40 m ist sehr beachtlich, obwohl Buchen unter günstigen Umständen bis zu 50 m hoch werden können. Das Hochwasser im August 2002 konnte dem Riesen nichts anhaben. Seine Wurzeln stabilisieren noch immer die Ufermauern.
Die zur geschützten Gruppe gehörende Schwarzkiefer nahe des Bahndammes hat eine pilzförmig ausladende Krone. Ihre unteren Äste sich durch die Beschattung durch Nachbarbäume abgestorben.
Mit dem benachbarten und ebenfalls stattlichen Gingko wurde die Baumgruppe erst um 1850 ergänzt. Wie bei der Schwarzkiefer und der Hängebuche handelt es sich um das stärkste Exemplar im Weißeritzkreis. Von einer Gruppe (Schwarz-)Pappeln, die Freiherr v. Lindemann um 1790 zum Gedenken eines Rabenauer Pfarrers im Gutspark begründete, wurde die letzte in den 1950er jahren gefällt. sie war 35 m hoch.“
