Felsen und Blockhänge

Vor 25 Millionen Jahren brach das Gebirge auseinander. Der Nordteil wurde angehoben und schräg gestellt. Seither fließen Bäche und Flüsschen in Richtung Elbe und graben sich unermüdlich in die Hochfläche ein. Welche Kraft sie dabei entfalten können, zeigt sich bei den mehrmals im Jahrhundert wiederkehrenden Hochwasserfluten, dann erleben die Erzgebirgler Erdgeschichte in Aktion. Indem die Fließgewässer ihre Täler schufen, legten sie vielerorts auch die alten Gesteine frei, die seither größere und kleinere Felsen an den Talhängen bilden.

Der Südteil des »Ur-Erzgebirges« indessen sank damals, im Tertiär, in die Tiefe und bildet seither das Nordböhmische Becken. Vulkanisches Magma wurde an die Erdoberfläche  gedrückt und erstarrte teilweise zu heute auffälligen Landschaftsmarken wie Geising- und Sattelberg, Wilisch und Luchberg.

Später kamen die Eiszeiten. Das Wasser in den Gesteinsklüften gefror, das sich ausdehnende Eis vermochte selbst die Harten unter den Felsen zu sprengen. Große Blockhalden künden noch heute davon: am Kahleberg, am Bärenfelser Spitzberg und am Schlottwitzer Lederberg beispielsweise.

Auf den südwärts gerichteten Klippen finden die besonders sonnenhungrigen Pflanzen und Tiere wichtige Refugien. Hier gibt es noch Sonnenplätze für Kreuzottern und letzten Halt für einzelne Wacholdersträucher. Blatt- und Krustenflechten verschiedener Art überziehen das Gestein.

Gleichzeitig sorgt auf der Schattenseite nicht selten der Austritt von Kluftwasser für Lebensraum feuchtigkeitsbedürftiger Moose und Farne.

Die endlosen Hohlräume der Blockhalden indes bieten nicht nur einer Vielzahl von Insekten und Spinnen Unterschlupf, sondern auch Mäusen, Spitzmäusen und Wieseln Verstecke vor ihren Fressfeinden. Zum Beispiel den Uhus, die irgendwo auf einem Felsabsatz ihre Jungen großziehen.